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Deutschland unterstützt Entwicklungsländer bei Klima-Anpassung

Vom 6. bis 17. November 2017 findet die 23. Weltklimakonferenz (COP 23) in Bonn statt. Die Bundesregierung hat zum Auftakt der COP 23 angekündigt, Entwicklungsländer mit weiteren 100 Mio. € bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen.

Das Bundesumweltministerium sagte 50 Mio. € für den Anpassungsfonds zu. Das Bundesentwicklungsministerium gibt 50 Mio. € in den Least Developed Countries Fund (LDCF), der gezielt die ärmsten Länder bei der Klimaanpassung unterstützt. Deutschland ist damit mit bisher insgesamt 240 Mio. € der größte bilaterale Geber des Anpassungsfonds. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „(…) Unser Ziel ist, ihn zu einem festen Bestandteil der Finanzarchitektur unter dem Pariser Abkommen zu machen.“

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: „Dürren, Wirbelstürme, Überschwemmungen – Die Entwicklungsländer haben selber am wenigsten zum Klimawandel beigetragen, tragen aber die Hauptlast. Die fortschreitende Erderwärmung gefährdet bisherige Entwicklungserfolge und wird für diese Menschen zur Überlebensfrage. Mit unserem Beitrag unterstützen wir gezielt die Ärmsten der Armen.“

Finanzielle Unterstützung und der vereinfachte Zugang zu multilateralen Anpassungsfinanzierungs-Instrumenten ist neben dem 1,5-Grad-Ziel eine der wichtigsten Forderungen Fidschis und der kleinen Inselstaaten und der Gruppe am wenigsten entwickelten Länder in den Verhandlungen.

Der Anpassungsfonds finanziert unter anderem Maßnahmen zum Küstenschutz oder die Umstellung auf neue Anbaumethoden in der Landwirtschaft. Er wird von Geber- und Empfängerländern auf Augenhöhe verwaltet. Der Fonds hat bisher 67 Projekte in 63 Ländern mit einem Fördervolumen von rund 450 Mio. US-Dollar auf den Weg gebracht. Er wird aus einer Abgabe auf Projekte im internationalen Kohlenstoffmarkt gespeist. Aufgrund der niedrigen Preise auf dem Kohlenstoffmarkt bleiben die Einnahmen jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Trotz wachsender Bedarfe und der anerkannt guten Arbeit ist der Fonds daher unterfinanziert und auf freiwillige Einzahlungen wie die Deutschlands angewiesen. Der zehnte Geburtstag des Fonds wird am 16. November im Alten Rathaus in Bonn gefeiert.

Der LDCF finanziert Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in den am wenigsten entwickelten Ländern. Diese sind besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels. Die Projekte umfassen Anpassungsmaßnahmen in den Bereichen Landwirtschaft, Entwicklung von Klima-Informationssystemen, Küstenzonen- und Katastrophenrisikomanagement, Gesundheit sowie Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen. So wird zum Beispiel in Sierra Leone die Bevölkerung in ländlichen Gebieten dabei unterstützt, mit Klimarisiken wie Überschwemmungen umzugehen. In Nepal werden lokale Behörden gestärkt, um Land- und Forstwirtschaftspläne an den Klimawandel und dessen Risiken anzupassen. Deutschland ist der größte bilaterale Geber und hat insgesamt 265 Mio. € beigesteuert. Der Fonds hat bisher 195 Projekte in 49 Ländern mit einem Fördervolumen von rund 1,15 Mrd. US-Dollar auf den Weg gebracht. Etwa zwei Drittel der ausgezahlten Mittel sind in Projekte in Afrika geflossen und weitere 30 % gingen in die Region Asien und Pazifik.

BMUB, BMZ

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