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Neben den Hybridpappeln ist die Schwarzpappel gut zu erkennen, da diese Baumart nicht von Misteln besiedelt wird

„Blaues Band Deutschland“ am Kühkopf

Im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ schafft der Bundesforstbetrieb Rhein Mosel auf der Rheininsel Kühkopf ein Biotop für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Aus toten Bäumen wird neuer Lebensraum.

Am 11. Februar 2019 begannen zum Auftakt der Umsetzung des gemeinsamen Projektes der BImA und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) die Gehölzarbeiten am Rheinufer. Dafür werden auf einer Länge von rund 1,4 km in der Nähe des hessischen Stockstadt Hybridpappeln gefällt. Das Besondere an den Arbeiten ist, dass man die Bäume auf einer Höhe von etwa drei bis fünf Metern, also auf Stumpfhöhe, absägt. Teilweise fällt man auch die ganzen Bäume und lässt diese liegen. Die Stämme und Totholzstümpfe sollen sich zu einem Biotop für Vögel und Insekten wandeln.

Uferbereich wird zurückgebaut

Im kommenden Herbst und Winter wird die auf der Insel befindliche Steinschüttung des Uferbereiches entfernt und der Betriebsweg der WSV verlegt. Anschließend erfolgt eine erste sogenannte Initialpflanzung mit Material von Baum- und Strauchweiden, die direkt aus dem Naturschutzgebiet Kühkopf stammen. Bestehende Weiden werden dafür beschnitten und das Astwerk wieder in den Boden gesteckt, wo es neu Wurzeln schlägt.

Gemeinsames Projekt zweier Ministerien

Für den Bundesforstbetrieb Rhein-Mosel ist das Projekt auf der Rheininsel Kühkopf bereits das zweite Projekt im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“. Das Ziel der gemeinsamen Initiative des Bundesumwelt- und des Bundesverkehrsministeriums ist, die deutschen Wasserstraßen wieder naturnäher zu gestalten. Im Anschluss werden die Maßnahmen ausgewertet. Im Vergleich zu ähnlichen Projekten wird untersucht, welche Form der ökologischen Aufwertung von Flussläufen unter Beachtung wasserbaulicher Vorgaben besonders geeignet ist.

Der Kühkopf gehört zu den bedeutendsten Naturschutzgebieten in Hessen. Es ist Teil des Natura 2000-Netzwerkes der Europäischen Union und wurde bereits 1952 als Schutzgebiet ausgewiesen.

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