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Birkhühner in Sachsen – Auftaktsymposium für ein Artenhilfsprogramm in Sachsen

Birkhühner in Sachsen – Auftaktsymposium für ein Artenhilfsprogramm in Sachsen

Deutsche und tschechische Experten und Interessierte trafen sich am 27. März 2017 in Zinnwald, um sich im Rahmen eines Symposiums über Erhaltungsstrategien für Birkhühner auszutauschen.

Das Birkhuhn (Tetrao tetrix) besitzt am Erzgebirgskamm beiderseits der Grenze Deutschland/Tschechien mit rund 400 Individuen die bedeutendste mitteleuropäische Population außerhalb der Alpen. 
Ursprünglich dürfte sein Vorkommen in diesem waldgeprägten Mittelgebirge hauptsächlich auf offene Landwirtschaftsflächen, Moore und Moorwälder beschränkt gewesen sein, mit Ausstrahlung auf zeitweilige größere offene Flächen, wie sie z. B. durch Sturmschäden oder Insektenkalamitäten entstehen.
Einen Bestandshöhepunkt hat das Birkhuhn im 17./18. Jahrhundert gehabt, als übernutzte Wälder mit Blößen und Heiden sowie eine erheblich weniger intensive Landwirtschaft eine Ausbreitung über weite Landesbereiche ermöglichten. Mit dem Übergang zur geregelten Forstwirtschaft im 19. Jahrhundert wurde das Birkhuhn durch die dicht geschlossenen Waldbestände wieder nahezu vollständig auf Moore, Waldränder und strukturreiche angrenzende, extensiv genutzte Grünlandflächen zurückgedrängt. Durch die katastrophalen immissionsbedingten Waldschäden konnte sich der Bestand in den 1980er und 1990er Jahren temporär wieder erholen. Mit der Schadenssanierung und Wiederbewaldung ging die Zahl der Birkhühner seitdem wieder zurück. Auch mehr Störungen durch den Tourismus und die Zunahme von Fressfeinden (z. B. Wildschweine und Füchse) trugen zum Rückgang der Birkhühner bei.
Um den Bestand des Birkhuhns in Sachsen zu sichern, hat das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft im Oktober 2016 die Erarbeitung eines Artenhilfsprogramms veranlasst. Es soll vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in enger Zusammenarbeit mit Sachsenforst und unter Einbeziehung der Naturschutzverbände, die sich bisher beim Birkhuhnschutz in Sachsen engagiert haben, erstellt werden. Grenzüberschreitende Abstimmungen sind unverzichtbar, da der größere Teil der Birkhuhnpopulation auf tschechischer Seite lebt.
Rund 80 deutsche und tschechische Experten und Interessierte aus den Naturschutz- und Forstverwaltungen, den Naturschutzverbänden und -initiativen sowie verschiedenen Universitäten trafen sich am 27. März 2017 in Zinnwald (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), um sich im Rahmen eines Symposiums über geeignete Erhaltungsstrategien auszutauschen. Die Vorträge und Diskussionen sollten Impulse für das zu erstellende Artenhilfsprogramm geben.
Die Vorträge sind unter folgendem Link verfügbar: www.sachsenforst.de
Staatsbetrieb Sachsenforst; Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

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