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Bioraffinerie-Technologie zur Nutzung von Holz

Bioraffinerie-Technologie zur Nutzung von Holz

Das nova-Institut stellte am 28. Februar 2012 in Langenbach bei Kirburg das EU-Projekt BIOCORE Vertretern der Holzindustrie vor. Die Idee: Biomasse wie Stroh oder Holz sollen besonders effizient für die Produktion von Chemikalien und Kunststoffen genutzt werden.

Im Projekt BIOCORE wird die gesamte Wertschöpfungskette vom Rohstoff Biomasse bis hin zu einer Vielzahl an Zwischen- und Endprodukten, wie z.B. bio-basierte Kunststoffe und Klebstoffe untersucht. Um das neue Konzept der Bioraffinerie so konkret wie möglich zu entwickeln und zu bewerten, werden vier Fallstudien durchgeführt. Neben Regionen in Frankreich (Weizenstroh), Ungarn (Kurzumtriebsholz, Weizenstroh und Laubholz), Indien (Reis- und Weizenstroh) wurde auch eine Region in Deutschland ausgewählt für die die Versorgung einer Bioraffinerie mit Laub- und evtl. Nadelholz untersucht wird.

Diese Region umfasst Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland, da hier europaweit die größten Zuwächse an Laubholz identifiziert wurden. Um das Konzept regionalen Akteuren vorzustellen und zu diskutieren, veranstaltete das nova-Institut einen Workshop an dem Vertreter der Holzpelletbranche (Westerwälder Holzpellets, German Pellets), der Sägewerke (Ilim Timber, van Roje), der privaten Waldbesitzer (Hatzfeldt-Wildenburg) sowie der Landesforsten Rheinland-Pfalz teilnahmen.

Das Interesse an der neuen Technologie war groß, vor allem weil sich hier eine neue potenzielle Absatzquelle für Holz auftun könnte die den Rohstoff Holz besonders effizient nutzt und hohe regionale Wertschöpfung ermöglicht. Während die Konkurrenz um den Rohstoff Holz an Schärfe gewonnen hat, wird es zukünftig gerade deshalb darum gehen, diesen möglichst nachhaltig und mit hoher Wertschöpfung zu nutzen. Hierzu bietet die Bioraffinerie-Technologie interessante Perspektiven. Bis es allerdings so weit ist, werden noch einige Jahre vergehen.

Während bereits bekannt ist, dass sich Laubholz sehr gut mit der CIMV-Technologie raffinierten lässt, bestehen noch Schwierigkeiten bei der Raffination von Nadelholz. Jedoch könnte die Rohstoffbasis erheblich erweitert werden, wenn auch Nadelholz im Prozess genutzt werden könnte, da Nadelbäume immerhin 43 % der Waldfläche in der Fallstudienregion ausmachen. Daher führen die Projektpartner CIMV (Frankreich), ECN (Niederlande) und VTT (Finnland) in den kommenden Monaten Untersuchungen mit verschiedenen Rohstoffen aus Nadelholz durch.

BIOCORE (Projektlaufzeit: März 2010 bis Februar 2014) ist eines der drei großen Bioraffinerie-Projekte, die im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogamms der EU gefördert werden.

nova-Institut

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