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Bioraffinerie-Forschungsprojekt in Österreich

Bioraffinerie-Forschungsprojekt in Österreich

Analog zu einer Erdölraffinerie werden in einer Bioraffinerie nachwachsende Rohstoffe – wie etwa Holz – genutzt, um den Bedarf an biogenen Grundstoffen für weiterverarbeitende Industriezweige zu erzeugen. Die Bioraffinerie ist damit die Rohstoffdrehscheibe der biobasierten Industrie. Im Forschungsprojekt Flippr² haben Partner aus einer Branche beschlossen, gemeinsam die Erforschung neuer Anwendungen aus Zellulose und Lignin voranzutreiben. Zusammen mit den wissenschaftlichen Partnern (sechs Institute von drei Universitäten) werden neue Produkte und innovative Prozesse entwickelt. ; Im Rahmen der Paper & Biorefinery Conference in Graz trafen sich die Projektpartner von Flippr², um sich über neue Trends und Innovationen aus der Bioraffinerieforschung auszutauschen. Als Präsident der Austropapier strich Dr. Oberhumer die Bedeutung des Forschungsprojekts für die gesamte Papier- und Zellstoffindustrie hervor. ; Flippr² – Vorzeigeprojekt der Branche ; Es ist selten, dass Industriepartner einer Branche gemeinsam in einem großen Forschungsprojekt engagiert sind. Neben Know-how wird auch Infrastruktur anderen Industriepartnern zur Verfügung gestellt. Dieser kooperative Ansatz zur Bearbeitung des strategischen Themas Bioraffinerie hat auch die Fördergeber überzeugt. ; Flippr² ist das zweite COMET-K Projekt des Konsortiums zum Thema Bioraffinerie in Folge, das von öffentlicher Hand gefördert wird. In Flippr² wird die Gewinnung und Nutzung von Nebenprodukten wie Lignin oder Faserfeinstoff aus der Zellstofferzeugung erforscht. Dabei wird neben der Entwicklung von Produkten vor allem auf die Implementierung der dazu notwendigen Produktionsprozesse in die Papier- und Zellstoffindustrie geachtet. ; Die Projektpartner investieren über 1,8 Mio. € in Flippr². Gemeinsam mit den anderen Fördergeldern stehen knapp 4 Mio. € Barmittel für die Bioraffinerie-Forschung in Flippr² bis zum Jahr 2021 zur Verfügung. ; Die österreichische Papier- und Zellstoffindustrie ist eine der aktivsten wirtschaftlichen Branchen im Bereich Bioraffinerie. Sie verarbeitet an ihren Standorten große Mengen an Holz zu einer breiten Palette an Produkten. Mit Investitionen in der Höhe von 450 Mio. € in den vergangenen beiden Jahren zeigt die Branche auch, dass die Verarbeitung von Holz zu Papier, Fasern und weiteren Produkten in Österreich Zukunft hat. ; Auch ausbildungsseitig erhält das Thema Auftrieb: Ab Herbst 2017 gibt es einen Masterstudiengang „Biorefinery Engineering“ an der TU Graz. Die BOKU startet ebenso im Herbst die Doctoral School Advanced Biorefinery: Chemistry & Materials (ABCM). Seit Januar 2016 gibt es an der Universität Graz eine Stiftungsprofessur für Energie- und Ressourceninnovationen, ebenso mit dem Fokus auf Bioraffinerie-Wertschöpfungsketten.

Flippr Projekt GmbH

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