ForstBranche Waldbau

Bioökonomie wird gefördert

Bearbeitet von Martin Steinfath

In Baden-Württemberg wurden erste Investitionsvorhaben im Rahmen des Bioökonomie Innovations- und Investitionsprogramms für den Ländlichen Raum (BIPL BW) bewilligt. Die Nutzung fossiler Rohstoffe soll durch die nachhaltige Erzeugung und Nutzung biologischer Ressourcen ersetzt werden.

Im Rahmen des Bioökonomie Innovations- und Investitionsprogramm für den Ländlichen Raum (BIPL BW) stehen insgesamt 35 Mio. € aus der Rücklage „Zukunftsland BW – Stärker aus der Krise“ zur Verfügung. Das Programm besteht aus zwei Förderlinien:

  • BIPL BW Innovation: Gefördert werden unternehmensgeführte Einzel- und Verbundvorhaben im vorwettbewerblichen Bereich.
  • BIPL BW Invest: Gefördert werden einzelbetriebliche Vorhaben zum Auf- und Ausbau innovativer Betriebsstätten.

Mit BIPL BW Invest fördert das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Investitionen in den Aus- und Aufbau von innovativen Betriebsstätten zur Be- und Verarbeitung von biogenen Ressourcen. In der ersten Förderausschreibung konnten Unternehmen aus Baden-Württemberg bis zum 1. April 2021 Anträge einreichen. Ein zweiter Förderaufruf für die zweite Jahreshälfte von 2021 ist derzeit in Planung.

Erste Bioökonomie-Vorhaben gestartet

Die ersten Investitionsvorhaben wurden nun auf den Weg gebracht. „Ich freue mich, dass wir mit unserem neuen Förderprogramm besonders weitsichtige Pioniere im Bereich der Bioökonomie dabei unterstützen können, neue regionale Wertschöpfungsketten zu etablieren, die zu einer kreislauforientierten und klimaneutralen Wirtschaftsweise beitragen“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am 21. Juli in Stuttgart. Die sieben geförderten Vorhaben reichen vom Aufbau von weltweit einzigartigen Betriebstätten zur Naturfasergewinnung aus der ‚Durchwachsenen Silphie‘ für die Papierherstellung, über die Gewinnung von Lignin aus heimischer Biomasse bis hin zur Erzeugung von torffreier Erde, bei der sogar noch zusätzlich CO2 gebunden wird.

Das Land Baden-Württemberg unterstützt mit der Maßnahme die Umsetzung der im Jahr 2019 beschlossenen „Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie“. Im Rahmen der Bioökonomie soll die Nutzung fossiler Rohstoffe durch die nachhaltige Erzeugung und Nutzung biologischer Ressourcen ersetzt werden. Die vielfältigen Anwendungsgebiete der Bioökonomie bieten Chancen, den aktuellen ökologischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen zu begegnen.

Insgesamt werden durch die Zuschüsse in Höhe von rund vier Mio. € Gesamtinvestitionen von rund 14,3 Mio. € angeschoben, die in den Auf- und Ausbau von innovativen Betriebsstätten investiert werden. Im Vordergrund steht der Aufbau von Anlagen zur Herstellung oder Verarbeitung von bio-basierten und kreislauffähigen Materialien.

Infos:

MLR