Holzindustrie, -verbände

Biomasseverbände wehren sich gegen unsachliche Kritik

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Nach kritischen Berichten einiger NGOs zur energetischen Verwertung von Biomasse wehrt sich jetzt mehrere Biomasseverbände. Unter anderem die Organisation Biofuelwatch bezeichnet die Verbrennung von Holz pauschal als klimaschädlich und beruft sich dabei auf einen offenen Brief von 800 Wissenschaftlern aus dem Jahr 2018 an das EU-Parlament.

Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes, erklärte zu den Berichten, sie stellten die forstliche Praxis sowie die Bioenergiesysteme falsch dar und stellten eine Übernutzung der Wälder sowie eine dauerhafte Entwaldung aufgrund der europäischen Erneuerbaren-Energiepolitik in den Raum. In Wirklichkeit sei die Bioenergie ein integraler Bestandteil des Forst- und Holzsektors, der gleichzeitig langlebige Holzprodukte, erneuerbare Energie und eine Vielzahl anderer holzbasierter Waren bereitstelle sowie einen wesentlichen Beitrag zur Pflege unserer Wälder leiste.

„Unqualifizierte Darstellungen“

Die Darstellungen seien oftmals mit Schlagwörtern und Klischees behaftet und hätten nur das Ziel die Biomasse als nachhaltige Energiequelle und die Waldbewirtschaftung an sich zu diskreditieren. Das sei gefährlich und könne schwerwiegende Folgen für die weltweite Energiewende haben. „Wir werden es nicht zulassen, dass unqualifizierte Darstellungen und zweifelhafte Kampagnen die Versorgungssicherheit der heimischen Bevölkerung mit Energie und Holzprodukten gefährden“, so Tischenbacher.

Steigende Holzvorräte

Gleichzeitig führen drei internationale Biomasseverbände – Bioenergy Europe, die World Bioenergy Association und der US Pelletverband in einer gemeinsamen Erklärung aus, dass die Holzvorräte sowohl in der EU als auch in den USA ständig steigen, trotz der Nutzung von Holz als Energieträger. In der EU28 seien im Jahr 2020 die Vorräte 28,3 Mrd. m3 um47 % höher als noch 1990. Im Südosten der USA den die Kritiker für den Export von Holzpellets brandmarken, seien die Vorräte seit 1953 um mehr als 100 % gestiegen.

Quellen: Österr. Biomasseverband, Bioenergy Europe