Es erinnert an einen Wohnwagen, aber das BioHome3D ist laut der University of Maine das weltweit erste 3D-gedruckte Haus, das zu 100 % aud Biomaterialien, vor allem aus Holzfaser, besteht.
Es erinnert an einen Wohnwagen, aber das BioHome3D ist laut der University of Maine das weltweit erste 3D-gedruckte Haus, das zu 100 % aud Biomaterialien, vor allem aus Holzfaser, besteht.
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BioHome3D: Erstes 100 % biobasiertes 3D-gedrucktes Haus

03. Dezember 2022
Am 21. November stellte das Advanced Structures and Composites Center (ASCC) der University of Maine BioHome3D vor, das nach eigenen Angaben weltweit erste 3D-gedruckte Haus, das vollständig aus biobasierten Materialien hergestellt wurde.

BioHome3D wurde mit Mitteln des Hub-and-Spoke-Programms des US-Energieministeriums zwischen der UMaine und dem Oak Ridge National Laboratory entwickelt. Zu den Partnern gehörten MaineHousing und das Maine Technology Institute.

Vollständig recycelbar

Der 600 Quadratfuß (56 Quadratmeter) große Prototyp verfügt über 3D-gedruckte Böden, Wände und ein Dach aus Holzfasern und Bioharzen. Das Haus ist vollständig recycelbar und mit 100 % Holzdämmung und anpassbaren R-Werten hochisoliert. Bauschutt sei aufgrund der Präzision des Druckverfahrens nahezu eliminiert worden, teilt die University of Maine mit.

Die Neuentwicklung helfe durch die automatisierte Fertigung, die Wohnungsnot zu bekämpfen und trotz eines Arbeitskräftemangels den Forstsektor zu stärken, sagte Maines Gouverneurin Janet Mills. Durch die Verwendung von lokal verfügbarem Holzfaserrohstoff reduziere man die Abhängigkeit von anfälligen Lieferketten und belebe gleichzeitig die lokale Forst- und Holzwirtschaft.

Gegen die Wohnungsnot

Die USA und insbesondere Maine erleben einen krisenhaften Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Die National Low Income Housing Coalition berichtet, dass landesweit mehr als 7 Millionen erschwingliche Wohneinheiten benötigt werden. Allein in Maine beträgt das Defizit laut der Maine Affordable Housing Coalition 20.000 Wohneinheiten und wachse jedes Jahr. Das neue Verfahren erlaube im industriellen Maßstab auch Haushalten mit niedrigen Einkommen individuelle Häuser bei kurzen Lieferzeiten.

Der Prototyp ist mit Sensoren für die thermische, Umwelt- und Strukturüberwachung ausgestattet, um zu testen, wie sich BioHome3D in einem Winter in Maine verhält. Die gesammelten Daten dienen der Verbesserung künftiger Designs.

Komplett gedruckt

BioHome3D wurde in vier Modulen gedruckt, dann zum Standort transportiert und in einem halben Tag zusammengebaut. Der Strom lief innerhalb von zwei Stunden, wobei nur ein Elektriker vor Ort benötigt wurde.

Im Gegensatz zu bestehenden Technologien werde das gesamte BioHome3D gedruckt, einschließlich Böden, Wände und Dach, erklärt ASCC-Geschäftsführer Dr. Habib Dagher. Die verwendeten Biomaterialien seien zu 100 % recycelbar. Der Prototyp wurde auf dem weltweit größten Polymer-3D-Drucker gedruckt, der 2019 das weltweit größte 3D-gedruckte Boot produzierte.

Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen sind Gebäude für fast 40 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Nachhaltig angebaute Holzfasern sind eine erneuerbare Ressource, die während des Baumwachstumszyklus Kohlenstoff einfängt. BioHome3D könne deshalb während seiner Lebensdauer und nach dem Recycling als Kohlenstoffspeicher betrachtet werden.

Quelle: University of Maine