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Biodiversitätsstrategie des Landes Rheinland-Pfalz

Biodiversitätsstrategie des Landes Rheinland-Pfalz

Die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, hat am 25. November in Mainz die erste Biodiversitätsstrategie für Rheinland-Pfalz vorgestellt. 
Höfken wies darauf hin, dass der Klimawandel neben der Zerschneidung der natürlichen Lebensräume und der Intensivierung der Landwirtschaft eine Ursache des Artensterbens sei und die Vielfalt der Arten und Lebensräume menschliche Grundbedürfnisse wie reine Luft, sauberes Wasser und fruchtbare Böden sichere.
Mit der Verabschiedung der Biodiversitätsstrategie durch den Ministerrat habe sich erstmals die gesamte Landesregierung zum Erhalt der biologischen Vielfalt verpflichtet. Vorausgegangen sei ein intensiver Dialogprozess unter Beteiligung aller Ministerien sowie zahlreicher Verbände, Kammern und des Beirates für Naturschutz.
„Wir wollen alle gesellschaftlichen Kräfte bündeln, um das Artensterben zu stoppen“, sagte Höfken. Mit der Biodiversitätsstrategie nehme das Land alle Landnutzer wie Land-, Forst-, Fischereiwirtschaft, Abbauindustrie und Verkehrsplaner in die Verantwortung. „Mit der Vorlage einer eigenen Strategie leistet Rheinland-Pfalz seinen Beitrag zur Umsetzung der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“, erklärte Höfken. In elf Handlungsfeldern vom Naturschutz über die Land-, Forst- und Wasserwirtschaft bis zum Klimaschutz umfasse die Landesstrategie klar formulierte Ziele und Maßnahmenschwerpunkte zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Rheinland-Pfalz.
10 % des Staatswalds aus der Nutzung 
„Damit der Erfolg der Maßnahmen auch messbar ist, haben wir 46 Indikatoren zur Beurteilung der Fortschritte festgelegt“, erklärte Höfken. Alle fünf Jahre werde das Umweltministerium überprüfen, ob die Maßnahmen umgesetzt und die Ziele erreicht wurden. Zum Beispiel sollen bis zum Jahr 2025 10 % des Staatswalds aus der Nutzung genommen werden. Damit der Rhein bis 2027 wieder als Biotopverbund funktioniert, sollen der Fluss und seine Nebenflüsse mit Hilfe der Programme „Rhein 2020“ und „Aktion Blau Plus“ für Fische und andere Wassertiere wieder durchgängig gestaltet werden. Für eine umwelt- und gewässerschonende Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz soll die Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft verstärkt werden etwa durch den Ausbau von Vertragsnaturschutzprogrammen.
Kernelemente der Biodiversitätsstrategie
„Schutzgebiete bleiben eine zentrale Säule des Naturschutzes in Rheinland-Pfalz. Hier setzen wir in erster Linie auf Qualität vor Quantität und damit auf die Aufwertung vorhandener Schutzgebiete“, so Höfken. Kernelemente der Biodiversitätsstrategie seien neben dem neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald die Entwicklung des Biosphärenreservats Pfälzerwald und der Erhalt der Westwallanlagen. Der Schutz des artenreichen Grünlands werde mit dem neuen Landesnaturschutzgesetz sowie neuen Agrarumweltmaßnahmen verstärkt.
Zur nachhaltigen Bewirtschaftung der rheinland-pfälzischen Wälder trage der Schutz von Biotopbäumen sowie die FSC-Zertifizierung des Staatswaldes bei. Mit der „Aktion Blau Plus“ treibe die Landesregierung die Renaturierung von Gewässern voran. Auch die Umweltbildung ist ein wichtiger Bestandteil der Biodiversitätsstrategie.
 

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MULEWF Rheinland-Pfalz

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