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Österreich: „Biodiversitätsindex Wald – einer für alle!“

Österreich: „Biodiversitätsindex Wald – einer für alle!“

Unter dem Titel „Biodiversitätsindex Wald – einer für alle!“ wurde auf den Praxistagen des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) der Biodiversitätsindex Wald vorgestellt. Biodiversität bedeutet die Vielfalt innerhalb der Arten sowie die Vielfalt der Arten an sich. Obwohl Biodiversität in voller Gesamtheit zu messen aufgrund vieler Einflussfaktoren schwierig und die Realität nur vereinfacht darstellbar ist, versucht man mit diesem Indikator die Biodiversität abzubilden.
Dazu erklärte Franz Titschenbacher, Vorsitzender des Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der LK Österreich sowie Präsident der LK Steiermark: „Wir haben mit dem Biodiversitätsindex Wald ein einzigartiges und aussagekräftiges wissenschaftliches Instrument zur Verfügung, um einen Trend der Biodiversität im Wald abbilden zu können. Dieser Indikator wird uns in der täglichen Arbeit und in der sachlichen Diskussion unterstützen. Wir können zeigen, dass die österreichischen Waldbesitzer verantwortungsvoll mit ihrer Ressource Wald umgehen und diesen nachhaltig – auch im Sinne der Biodiversität – bewirtschaften.“
Der Indikator besteht aus rund 13 Einzelindikatoren. Beispielhaft können der Totholzanteil, Verfügbarkeit von Veteranenbäumen, Verjüngungsart, die Nähe zur „Potentiellen natürlichen Waldgesellschaft“, Verbiss- und Weide-Einfluss genannt werden. Durch eine Expertenbefragung im In- und Ausland konnten die einzelnen Indikatoren gewichtet werden, wobei man sah, dass vor allem dem Totholzanteil eine sehr große Bedeutung zugemessen wird. Der Wert des Indikators liegt zwischen 0 und 100. Im unteren Bereich der Skala handelt es sich um Plantagenwirtschaft, ab einem Wert von 93 spricht man von einem Urwald. Dazwischen liegt der multifunktionale Wald.
„So einen haben wir in Österreich. Wir brauchen ihn, um die vielfältigen Ansprüche der Gesellschaft an den Wald zu erfüllen. Mit einem Wert von 58,1 für Österreich insgesamt liegen wir dabei in der oberen Hälfte des multifunktionalen Waldes. Eine Verbesserung ist aber natürlich immer möglich“, betonte der Präsident weiter.
Ein Vorteil ist die kostengünstige Erstellung des Indikators. Die dafür benötigten Daten werden im Zuge der Österreichischen Waldinventur erhoben. „Mit nur einem Blick können wir sehen, wie es um unseren Wald in Bezug auf Biodiversität steht. Ein weiterer Grund, dass eine regelmäßige Waldinventur nicht nur für die Forst- und Holzwirtschaft, sondern auch für die Kommunikation gegenüber der Gesellschaft sehr wichtig ist. Deshalb muss die Finanzierung der Österreichischen Waldinventur auch in Zukunft sichergestellt werden“, so Titschenbacher abschließend.
LK Österreich

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