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Umweltministerin Priska Hinz auf ihrer Sommertour 2020 im Forstamt Hofbieber.

Biodiversitätsforstamt für Hessen

Hessens Umweltministerin Priska Hinz ernannte das Forstamt Hofbieber zum „Modellbetrieb für Waldbiodiversität PLUS“. Im Forstamt soll das Ziel der Biodiversität nun deutlicher gewichtet werden.

Der Staatswald des Forstamts Hofbieber eigne sich besonders für die Umsetzung und Erprobung von Maßnahmen zur Verbesserung von Lebensräumen im Wirtschaftswald. Es werde daher „nun zusätzliche Maßnahmen für den Erhalt der biologischen Vielfalt umsetzen und diese in Einklang mit den anderen Funktionen des Waldes bringen. Die Erkenntnisse, die wir hier gewinnen, wollen wir auf den ganzen Staatswald übertragen“, erklärte Hessens Umweltministerin Priska Hinz, die im Rahmen ihrer Sommertour am 5. August das Forstamt Hofbieber besuchte. Die Auswirkungen dieser zusätzlichen Maßnahmen auf den Naturschutz und die Holzwirtschaft sollen unter Einbeziehung von Fachexperten systematisch erhoben und bewertet werden. Die Projektlaufzeit ist auf zehn Jahre ausgelegt. Hierzu wird eine zusätzliche Stelle im Forstamt Hofbieber eingerichtet.

Das Forstamt Hofbieber reicht über viele verschiedene Höhenlagen von 220 bis 920 m. In den dortigen Waldflächen sind drei von fünf hessischen Wuchszonen vertreten. Mit Basalt, Muschelkalk und Buntsandstein sind in Hessen weit verbreitete Gesteinsarten vorhanden. So findet sich im Forstamt Hofbieber eine Vegetation und Tierwelt, die in vielen Wäldern Hessens typisch ist. „Das Forstamt Hofbieber kann als Vorbild für viele Forstämter herangezogen werden, da es repräsentativ ist für ganz Hessen. Außerdem wurde hier im Forstamt bereits viel Erfahrung bei Maßnahmen für die biologische Vielfalt gesammelt, auf die aufgebaut werden kann“, erklärte Ministerin Hinz.

Naturnahe Waldwirtschaft

„Hessens Staatswald wird naturnah bewirtschaftet und ist vorbildlich in Deutschland. Das beweist das Gütesiegel FSC, das dem gesamten Staatswald verliehen wurde. 10 Prozent des Staatswaldes sind Naturwaldflächen, in denen der Wald nicht mehr bewirtschaftet wird und die Natur sich frei entfalten kann. In allen Hessischen Forstämtern werden bereits zahlreiche Biotop- und Artenschutz umgesetzt. Ziel des Biodiversitätsforstamtes ist es, darüber hinaus Maßnahmen zu ergreifen“, erklärte die Ministerin weiter. Die Richtlinie für die Bewirtschaftung des Staatswaldes gibt fünf gleichwertige Ziele vor: Biodiversität, Klimaschutz, Rohstofferzeugung, Erholung, Arbeit und eine ausgeglichene Finanzlage. Im Forstamt Hofbieber soll nun das Ziel der Biodiversität deutlicher gewichtet werden.

Aufgaben des Modellbetriebs

Bereits jetzt setzt sich das Forstamt Hofbieber besonders für den Schwarzstorch, den Feuersalamander und die Mopsfledermäuse ein. Der Modellbetrieb soll prüfen, durch welche Maßnahmen im Rahmen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung positive Effekte für die Vielfalt und Qualität von Habitaten erreicht werden. Zukünftig sollen unter anderem Maßnahmen entwickelt werden, die den Lebensraum von Arten verbessern, die beispielsweise auf Alt- und Totholz angewiesen sind. Dazu gehören der Veilchenblaue Wurzelhalsschnellkäfer und höhlenbrütende Vogelarten, wie der Schwarzspecht. Dafür verbleiben teilweise umgestürzte Bäume im Wald, die ansonsten aufgearbeitet worden wären.

Auch Krumme Bäume mit vielen Ästen, die nicht optimal für die Holzverarbeitung geformt sind, aber häufig für Tiere, wie z. B. Fledermäuse, wichtige Unterschlüpfe bieten, sollen vermehrt stehen gelassen werden. Salweiden, Birken oder Aspen werden normalerweise im Zuge von Durchforstungen frühzeitiger entnommen, sie haben jedoch eine hohe Bedeutung für die Biodiversität. So kommen zum Beispiel die Tagfalterarten Schillerfalter und der Eisvogel nur an Weiden und Aspen vor. Im Biodiversitätsforstamt wird man sie zukünftig häufiger sehen.

Bereits im Vorfeld wurde hier im Forstamt bereits ein Marteloskop eingerichtet. Es handelt sich dabei um eine Waldfläche, auf der jeder Baum mit seinen Eigenschaften genau erfasst ist, mit Größe und Wuchsrichtung, ob es Risse und Höhlen gibt, welche Schäden und Faulstellen vorliegen, welchen ökonomischen Wert der Baum hat und auch welchen ökologischen Wert. Hier werden die Försterinnen und Förster zukünftig geschult, um die wichtigen Funktionen des Waldes noch besser in Einklang zu bringen.

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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