WaldÖkologie

Biodiversität – wichtig über Landesgrenzen hinaus

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Über das Thema Biodiversität wird viel diskutiert. Das zunächst abstrakte und schwer begreifliche Wort bedeutet aber nichts anderes als Vielfalt. Wurde Biodiversität früher nur im Bezug auf die Vielfalt von verschiedenen Arten genannt, steht sie heute auch für die Vielfalt von Genen und Lebensräumen.

Durch den Klimawandel und dem daraus entstehenden Verlust von Arten, Lebensräumen und Ökosystemen rückt das große Thema der Biodiversität wieder in den Vordergrund. Auch das Bayerische Staatsministerium (StMELF) widmete der Biodiversität eine ganze Woche im Jahr 2019 und auch noch im Jahr 2020 („Woche des Waldes“). Verschiedene Aktionen und Veranstaltungen zum Jahresmotto sollten die Aufmerksamkeit auf das überaus wichtige Thema lenken.

Richtige Waldbewirtschaftung im Fokus

Global gesehen nimmt die Biodiversität gerade in Waldökosystemen dramatisch ab. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass immer mehr Holz in immer kürzerer Zeit benötigt wird, z.B. Brennholz aus Plantagenwirtschaft. Mit schuld sind auch die Monokulturen, die immer noch dominieren. Durch Waldbewirtschaftung verringert sich also die Biodiversität. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass ein nicht bewirtschafteter Wald eine höhere Biodiversität hat, als ein Wirtschaftswald. Es kommt auf die Art der Waldbewirtschaftung an. Schon mit einfachen Mitteln kann ein biodiversitätsfreundliche Waldbewirtschaftung erfolgen.

  • Naturverjüngung sollte genutzt werden. Was auf bestimmten Böden von alleine wächst, wird auf diesen Böden auch stabil bleiben
  • Belassen von Totholz auf der Fläche
  • Baumartenvielfalt sollte gefördert werden. Hier können vor allem seltene Baumarten wie der Feldahorn oder die Eibe integriert werden
  • Stetige Nachfrage nach Holz und dessen Produkte
Die 1000jährige Rumskullaeken, gilt als eine der ältesten Eichen Europas. Sie steht in der Nähe des Nationalparks Norra Kvill in Småland , Südschweden. Mit einem Durchmesser von knapp 15m ist und war sie Heimat viele Tier- und Pflanzenarten.
Foto: M. Kronschnabl-Ritz

Dabei ist es aber nicht die Forst- und Holzwirtschaft selbst, die die Biodiversität in den Wäldern bedroht, sondern viel mehr die Nachfrage nach Holz und dessen Produkte, aber auch nach erneuerbaren Energien und Lebensmitteln. Ein wirklicher Kampf für die Biodiversität kann also nur weltweit erfolgen. Wird an einem Ort ein gebietsübergreifendes Schutzgebiet erschlossen, muss zwangsläufig auf anderer Seite die Nutzung intensiviert werden. Das kann auch nicht das Ziel sein. Viel mehr ist es wichtig, flächendeckend naturnahe Forstwirtschaft zu betreiben. Daher muss der Umbau der Wälder von Fichtenreinbeständen zu klimafitten und vielseitigeren Mischwäldern erfolgen.

Kostenloses Seminar zur Biodiversität

Um zu verstehen wie wichtig also die Vielfalt im Wald ist, hat das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) in Österreich einen Online-Kurs eingerichtet, der am 22. März startet. Schritt für Schritt erklären Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des BFW in Form von Skripten, Kurzfilmen und Animationsvideos, was Vielfalt bedeutet. Nach dem Einleitungskapitel mit den Themen Botanik und Waldgenetik wird im Anschluss auf den Waldschutz und die Waldgefährdungen eingegangen. Auch die praktischen Aspekte der naturnahen Waldbewirtschaftung werden erläutert, ebenso die Tatsache, dass sich Forstwirtschaft und Biodiversität nicht ausschließen. Abschließend wird das Thema Klimawandel eine Rolle spielen.

Der Kurs ist so aufgebaut, dass jeder Teilnehmende in seinem eigenen Tempo lernen kann. Skripte und Videos stehen ebenfalls so lange als nötig zur Verfügung. Fühlen sich die Teilnehmenden ausreichend geschult, kann an einer kleinen Prüfung teilgenommen werden, worüber hinaus man ein Zertifikat erhält.

Infos zum kostenlosen Seminar  

Mirjam-Kronschnabl-Ritz (Quellen: BFW, forestbook, waldwissen)