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Umweltministerin Priska Hinz am 1. August im Forstamt Romrod. Links im Bild Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst, rechts Forstamtsleiter Hans-Jürgen Rupp

Bewirtschaftungs-Richtlinie Staatswald Hessen überarbeitet

„Unser Wald ist ein echtes Multitalent: Er ist Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten, schützt Böden und das Klima, liefert reines Trinkwasser und ist ein willkommener Erholungsort für alle Menschen“, erklärte Umweltministerin Priska Hinz am 1. August im Forstamt Romrod. Dort stellte sie gemeinsam mit Michael Gerst, dem Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst, die überarbeitete Richtlinie für die Bewirtschaftung des Staatswaldes (RiBeS 2018) vor. Zum ersten Mal war der Fortschreibung ein breiter Diskussionsprozess vorausgegangen: Während des 1. Hessischen Staatswaldforums hatten verschiedene Interessensgruppen – beispielsweise Vertreterinnen und Vertreter der Holzwirtschaft, des Naturschutzes und des Sports – über eine neue Ausrichtung diskutiert. Ergebnis waren gemeinsame Empfehlungen für die Weiterentwicklung der RiBeS an das Hessische Umweltministerium.

„Die Biodiversität haben wir neu als Ziel in die RiBeS mit aufgenommen. Das ist mir ein besonderes Anliegen und ist Teil der hessischen Biodiversitätsstrategie“, so Hinz. Für den Landesbetrieb Hessen-Forst ist dies ein konsequenter Schritt: „Denn Wälder mit einer hohen Biodiversität – sowohl im Hinblick auf ihre Artenvielfalt, als auch im Hinblick auf die Vielfalt der Ökosysteme, den Strukturreichtum und die genetische Vielfalt – sind vergleichsweise stabil“, erläuterte Gerst. Die Vielfalt des Waldes erleichtert die Fähigkeit zur Selbstregulierung und sorgt für Stabilität, gerade im Hinblick auf eine Anpassung an veränderte Umweltbedingungen. Auch der Klimaschutz ist ein neues Ziel der RiBeS, denn der hessische Wald spielt eine enorm wichtige Rolle für den Klimaschutz. Außerdem zählen auch der Boden-, der Gewässer-, der Immissions-, der Sicht- und der Lärmschutz mit zu den besonderen Schutzzielen, die ebenfalls aufgenommen sind.

Aufgrund einer wachsenden Weltbevölkerung sowie der Abkehr von nicht-ökologischen Rohstoffen steigt die Nachfrage nach Holz. Der hessische Staatswald ist deshalb, ein wichtiger Rohstofflieferant – für die Wirtschaft, aber letztendlich auch für die Verbraucher. Deshalb bleibt die Rohstofferzeugung als Hauptziel in der RiBeS besonders von Bedeutung. „Jeder von uns benötigt im Jahr durchschnittlich 1,3 Kubikmeter Holz. Die nadelholzbasierten Produkte spielen dabei eine bedeutsame Rolle“, erläuterte die Hessische Umweltministerin. „Deshalb haben wir in der RiBeS festgelegt, dass der heutige Nadelholzanteil in Form von Mischwäldern erhalten werden soll“, so Hinz weiter.

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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