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Arbeitslehrer Olaf Müller vom Forstlichen Bildungszentrum NRW erklärt Dr. Raffaele Spinelli vom IVALSA aus Florenz (rechts) die Aufarbeitungssituation auf den aktuellen Windwurfflächen im Arnsberger Wald

Gemeinsame Lösungswege am Forstlichen Bildungszentrum NRW

Welchen besonderen mentalen Belastungen sind Harvester-Fahrer ausgesetzt, wenn sie in naturnahen Beständen arbeiten? Mit dieser Frage beschäftigten sich Wissenschaftler aus Italien und Deutschland bei einem gemeinsamen Treffen im Forstlichen Bildungszentrum (FBZ) NRW in Arnsberg.

Die deutschen und italienischen Wissenschaftler untersuchen, auf welche Art und Weise Faktoren wie Baumartenmischung, Sichtbehinderung durch Naturverjüngung oder auch Hangneigung besonderen Stress bei Maschinenbedienern verursachen. Ergänzt wurde die Fragestellung um die aktuelle Situation der Aufarbeitung von Kalamitätsholz.

Zu den Themen besuchte der italienische Wissenschaftler Dr. Raffaele Spinelli vom 25. bis 30. März das Forstliche Bildungszentrum in NRW. Spinelli gehört seit vielen Jahren zu den führenden Forsttechnikexperten seines Landes, er leitet beim Institut für Forst- und Holzwirtschaft des Nationalen Forschungsrates (IVALSA) in Florenz die Forschungsgruppe „Forstliche Mechanisierung und Biomasseversorgung“.

Das Forstliche Bildungszentrum wurde von der forstlichen Professur für Verfahrenstechnik der TU München um Unterstützung eines binationalen Vorhabens gebeten. Ergänzt wurde die Fragestellung um die aktuelle Situation der Aufarbeitung von Kalamitätsholz. Nach Einschätzung von Dr. Spinelli nehmen auch in Italien die kalamitätsbedingten Holzerntemaßnahmen mitbedingt durch den Klimawandel stark zu. Für den Forscher aus Florenz bieten die Bestände des Arnsberger Waldes verbunden mit der beim FBZ vorhandenen Infrastruktur mit echten Maschinen und Simulationsumgebung ideale Arbeitsbedingungen.

„Die Fragestellung ist vor der aktuellen forstlichen Situation der Aufarbeitung von Kalamitätsholz und der zunehmenden Herausforderung des Klimawandels auch für Nordrhein-Westfalen von großem Interesse,“ so der Leiter des Forstlichen Bildungszentrums Thilo Wagner.

Hintergrund

IVALSA, das Institut für Forst- und Holzwirtschaft des Nationalen Forschungsrates, ist das größte italienische Forschungsinstitut für den Bereich Forst- und Holzwirtschaft. Die Belegschaft von IVALSA besteht aus 80 Mitarbeitern, die sich auf die vier Niederlassungen in Trento, Florenz, Grosseto und Catania verteilen. Die Forschungstätigkeiten umfassen die technologische Entwicklung von Holz, Bauwesen, Dendrochronologie und Erhaltung des kulturellen Erbes, Schutz und Aufwertung der Wälder, Unterstützung für Unternehmen, Bildungs- und Dokumentationsdienste. IVALSA arbeitet mit vielen Universitäten zusammen und beteiligt sich an vielen nationalen und europäischen Forschungsprojekten. Darüber hinaus beteiligt sich IVALSA an der Standardisierung von Prozessen für den gesamten Holzbereich auf nationaler und europäischer Ebene.

 

 

 

Wald und Holz NRW

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