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Billiges Holz dank Käfer und Corona

Auf seiner Jahrespressekonferenz berichtete der Holzwerkstoffhersteller Egger über das abgelaufene Wirtschaftsjahr und gab Perspektiven für die Zukunft. Wir wollten wissen, ob die Kalamität und die Corona-Krise die Einkaufspolitik des Unternehmens verändert haben.

Mit Blick auf das abgelaufene Wirtschaftsjahr berichtete Egger-Finanzchef und Sprecher der Geschäftsführung, Thomas Leissing, von „elf erfolgreichen Monaten“. Im April bekam Egger dann die Folgen des Corona-Lockdowns zu spüren. In der Summe heißt das für die Egger-Gruppe ein stabiles Ergebnis zum Vorjahr. Der Umsatz im Gesamtjahr ist um 0,4 % auf 2,83 Mrd. € zurückgegangen das EBITDA um 0,1 % auf 424,4 Mio. €.

Corona-Folgen

Dabei waren die Corona-Folgen für das weltweit aufgestellte Unternehmen regional sehr unterschiedlich. In Frankreich standen die Egger-Werke für zwei bis drei Wochen still. Ebenso in Argentinien und Großbritannien; in beiden Ländern dauern die Corona-Folgen bis heute an. In Deutschland und Österreich, ebenso wie in Polen, habe man dagegen auch im Lockdown durcharbeiten können, erzählt Leissing.

In den vergangenen drei Geschäftsjahren hat Egger überdurchschnittlich viel investiert. Zu den Investitionen gehörten ein neues Werk im polnischen Biskupiec sowie das erste Werk in Nordamerika. Das Egger-Werk in Lexington (North Carolina) soll noch im zweiten Halbjahr 2020 in Betrieb gehen, trotz der Herausforderungen durch Corona in den USA.

Westeuropa schwierig

Ulrich Bühler, Leiter Vertrieb und Marketing der Egger-Gruppe, erklärte, dass vor allem der Möbelhandel durch Corona betroffen war. In Europa waren vor allem Frankreich (März bis Mai) und Großbritannien (April bis Mai) durch Stillstände am Bau betroffen. Entsprechend der unterschiedlichen Corona-Verbreitung hat Egger in Westeuropa ein Umsatzminus von 7,7 % verkraften müssen.

Holz billiger als Chemie

Seit 2019 veröffentlicht Egger einen Nachhaltigkeitsbericht. 2020 erschien der zweite. Demzufolge beschafft das Unternehmen 90 % seines Holzes regional und 60 % aus Nebenprodukten. Der Anteil Recyclingholz soll auf 25 % steigen. Derzeit sind es 21 %. Zuletzt habe man deshalb mehr für Chemie als für Holz ausgegeben. Lesen Sie in der neuen Forst & Technik 9/2020, was das für die Einkaufspolitik von Egger, stellvertretend für die Holzwerkstoffindustrie bedeutet.

Red.

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