Baum und Natur ForstBranche

Bier aus dem Wald – so schmecken Mädesüß und Silberweide

Bearbeitet von Carolin Föste

In Österreich haben sich Forstleute 2011 erstmals mit einer Braumeisterei zusammengetan, um Waldbier zu brauen. Mittlerweile sind mehrere limitierte Editionen erschienen. Auch 2022 kommt wieder ein Gehölz in die Flasche.

Die Kooperation folgt damit einem Konzept: Die Zutaten, Ernteorte und das nötige Waldwissen steuern die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) bei, während die Rezeptur der Braumeisterei Axel Kiesbye überlassen wird. Eine Auwaldlandschaft in der Wachau wird in diesem Jahr zu Bier verarbeitet. Seit dem letzten Jahr sollen in jedem neuen Brauzyklus Waldlebensräume genutzt und damit vorgestellt werden. Zum nachhaltigen Wohle fehlen dann nur noch die Bierflaschen aus Holzfasern.

Auwald schützen und nutzen

Neben dem Echten Mädesüß (Filipendula ulmaria) wurden in diesem Jahr junge Triebe der Silberweide (Salix alba) für das limitierte Waldbier 2022 „Edition Wachauer Auwald. Echtes Mädesüß/Silberweide“ geerntet. „Das Waldbier 2022 ist als Sinnbild für die natürliche Vielfalt des Auwaldes zu verstehen und soll diesen Waldlebensraum auf wohlschmeckende Weise auf die Speisetische bringen“, beschreibt Bundesforst-Vorstand Rudolf Freidhager.

Die Wachauer Aulandschaft sei ein charakteristischer Lebensraum an der Donau. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten seien hier zuhause und leben mit den natürlich schwankenden Lebensbedingungen am Wasser. „Durch die Kraft und Dynamik des Wassers werden die Gebiete ständig verändert. Dadurch zählen Auwälder zu den Waldlebensräumen mit einer besonders hohen Artenvielfalt“, erläutert Freidhager.

Wald zu Bier machen

„Beide Waldzutaten wurden bereits im Mittelalter zur Aromatisierung von sogenannten ‚Gruitbieren‘, die neben Hopfen auch andere Pflanzen oder Kräuter enthielten, eingesetzt“, so Braumeister Axel Kiesbye.

Das Kräuterbier beinhaltet damit zwei heimische Pflanzenarten, die auch als Heilpflanzen gelten. Die Weidentriebe bringen ihm einen herben, bitteren Geschmack, ähnlich wie Wermut. Die Blüten des Echten Mädesüß hingegen aromatisieren das Bier, wie bekannterweise auch manche Süßspeisen oder Limonaden, und bringen Mandel- und Honignoten in das Getränk.

Bereits in den Vorjahren brachte die Brauerei den Wald in sein Bier: Die Eiche, aber auch Tiroler Bergwälder wurden bereits in den Fokus genommen.

Quelle: ÖBf