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Biber werden immer gefräßiger

Biber werden immer gefräßiger

Unter dem Namen „Biber Powertruck Turox“ präsentierte Eschlböck zur Agritechnica ein grundlegend neues Modell für das Segment der großen „Autobahnhacker“: Auf der Basis eines Mercedes Arocs zeigte man ein gewaltiges 8×8-Fahrzeug, das man zusammen mit der Firma Paul Nutzfahrzeuge entwickelt hat. Nur die stärkste Motorisierung von 460 kW erschien ausreichend, um das größte Hackaggregat aus Prambachkirchen, den Biber 92, direkt anzutreiben. Damit von den 3.000 Nm Drehmoment auf dem Weg zum Hackrotor möglichst wenig verlustig geht, hat man ein lastschaltbares Nebenabtrieb-Getriebe zwischen Motor und die Allison-Wandlerautomatik gesetzt. Auf diese Kombination sind die Ingenieure besonders stolz, weil sie nebenbei auch noch sehr kompakt baut. So konnte man einen sehr kurzen Radstand von 3,70 m realisieren. Das gesamte Fahrzeug ist damit nur 9,10 m lang und schafft dank einer gelenkten letzten Achse einen Wendekreis von 21 m. Die Außenplaneten des Permanent-Allradlers sorgen zusammen mit extrahohen Reifen für zuverlässigen Vortrieb auch im schweren Gelände. Gleichzeitig treiben sie das Gewicht des Fahrgestells in die Höhe. Mit 32 t bleibt man aber EU-weit im sondergenehmigungsfreien Rahmen.Der S 110 F-Kran von Palfinger-Epsilon wurde von seiner Geometrie extra auf den Turox angepasst, damit er sich trotz seiner Reichweite von 10,4 m perfekt in das Fahrzeug falten lässt. In seiner Grundkonstruktion ein Modell für Forwarder (ohne eigene Abstützung), könnte man diese Version fast als eigenen Hackerkran bezeichnen. Eschlböck hat durch eine erhöhte Hydraulikleistung noch zusätzlich an der Arbeitsgeschwindigkeit gefeilt.Die Österreicher verzichten bei ihrer Neukonstruktion aus Wirtschaftlichkeitsaspekten auf ein lift- und drehbares Spezialführerhaus. Trotzdem kann der Maschinenführer diesen Bibertruck auch vom Arbeitssitz aus per Joystick mit reduzierter Geschwindigkeit umsetzen.Falls der Kundschaft die gebotene Motorleistung doch noch nicht ausreichen sollte, hat Eschlböck für das kommende Frühjahr eine weitere Steigerung in Aussicht gestellt. Dafür wird dann ein Volvo mit 750 PS als Grundlage dienen.

Heinrich Höllerl

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