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Bäume in Alumänteln, verkabelte Kisten und aus dem Waldboden ragende Röhren dienen den Mitarbeitern vom BFW zur Messung von wichtigen Komponenten des Wasser-, Kohlenstoff- und Stickstoffkreislaufes.

BFW in Österreich präsentiert Langzeitforschung

Das österreichische Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) präsentierte am 3. Mai nahe Wien ein Wald-Freiluft-Labor. Untersucht wird dort, wie sich Wasser-, Kohlenstoff- und Stickstoffkreisläufe bei extremen Wettersituationen verhalten.

Das BFW betreibt schon seit Jahrzehnten ökologische Langzeitversuche. Die Waldmonitoring-Flächen im Wald der Bundesforste in Klausen-Leopoldsdorf sind jedoch etwas Besonderes: Untersucht wird dort nämlich u.a., wie sich die Komponenten bei extremen Wettersituationen, etwa Dürreperioden oder Starkniederschlägen, verhalten. Die Flächen sind zusätzlich Teil des Netzwerkes der Gesellschaft für ökologische Langzeitforschung, LTER-Austria. Die Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Mensch in interdisziplinären Arbeiten sollen analysiert werden. Das bedeutet, dass auch forschende Organisationen aus anderen Bereichen diese waldökologische Infrastruktur für ihre Zwecke nutzen können.

Die Kommission für Interdisziplinäre Ökologische Studien der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (KIÖS) besichtigte am 3. Mai das Freiluft-Labor im Wienerwald. Bäume in Alumänteln, verkabelte Kisten und aus dem Waldboden ragende Röhren dienen den Mitarbeitern des BFW zur Messung von Komponenten des Wasser-, Kohlenstoff- und Stickstoffkreislaufes am Standort. Der Koordinator des Projektes ist Univ.-Prof. Stephan Glatzel von der Universität Wien.

Ökologische Langzeitforschung

Für den Leiter des BFW, Peter Mayer, ist die ökologische Langzeitforschung ein wichtiger Bestandteil der österreichischen Bioökonomiestrategie: „In Klausen-Leopoldsdorf wird Forschung sowohl im Rahmen nationaler als auch internationaler Messnetzwerke ermöglicht. Für das BFW ist das dabei entstehende Know-how ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung eines zukunftsorientierten Gesellschaftsmodells.“

Der Bodenkundler Michael Englisch, Institut für Waldökologie und Boden des BFW, forscht an den Zusammenhängen der Wasserbilanz und den Klimaveränderungen. „Es ist uns hier erstmals möglich, alle wichtigen Elemente des Wasserhaushaltes in einem Buchenbestand tatsächlich zu messen“, so Englisch.

BFW

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