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Die ausgedehnten Buchenwälder des Kellerwalds sind als Lebensraum für Tiere und Pflanzen von bundesweiter Bedeutung.

Naturschutzgroßprojekt „Kellerwald-Region“ abgeschlossen

Das 12.635 ha umfassende Naturschutzgroßprojekt „Kellerwald-Region“ wurde nach fast zehn Jahren abgeschlossen. Ziel war es, die Region mit ihren ausgedehnten Buchenwäldern, mit Kleinmooren, Feuchtwäldern, Bachwiesentälern und einer kleinbäuerlichen Kulturlandschaft zu schützen und weiterzuentwickeln. Rund 6,7 Mio. € wurden dafür aufgewandt.

Die Finanzierung erfolgte maßgeblich durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums, weiterhin waren das Land Hessen und der Zweckverband Naturpark Kellerwald-Edersee beteiligt. In der ersten Förderphase des Naturschutzgroßprojekts wurde von 2005 bis 2008 zunächst ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt. Daran anschließend folgte von Oktober 2009 bis Dezember 2018 die Umsetzungsphase (Förderphase II). Die Projektkosten sind zu 65 Prozent durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums, zu einem Viertel vom Land Hessen (HMUELV) und zu 10 Prozent vom Zweckverband Naturpark Kellerwald-Edersee finanziert worden.

„Das Naturschutzgroßprojekt konnte die regionale Entwicklung des bestehenden Nationalparks Kellerwald-Edersee erfolgreich unterstützen: Im Nationalpark und an den Edersee-Steilhängen zeigt der Schutz der natürlichen Prozesse bereits Wirkung und neue Wildnis entsteht. So ist jetzt im Kerngebiet ‚Steilhänge nördlich des Edersees‘ mit seinen Urwaldrelikten, naturnahen Hangwäldern und trocken-warmen Lebensräumen ein Naturerbe von einzigartigem Wert gesichert“, sagte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

„Der gesamte Naturpark hat sich zu einer Buchenwald-Modellregion entwickelt, mit der wir dem ´Fünf-Prozent-Ziel` für ungenutzte Wälder näher kommen, das sich der Bund mit der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt gesetzt hat“, bilanzierte Jessel. Altbäume, die vielen Tieren wertvolle Lebensräume bieten, werden künftig verstärkt im Wald erhalten bleiben und der natürlichen Entwicklung überlassen.

Konkrete Maßnahmen im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes umfassten beispielsweise die Freistellung und Pflege von Trittsteinen und Wanderrouten bedrohter Arten. Weiterhin wurden gebietsfremde Nadelhölzer entfernt, sodass sich natürliche Waldgesellschaften wieder entwickeln und vernetzen können und sich auch das größte hessische Pfingstnelken-Vorkommen wieder stabilisieren kann. In überregional bedeutsamen Bächen entfernte man Barrieren, damit diese von Tieren wieder besser durchwandert werden können. In der Pflegezone des Nationalparks wurden schützenswerte Magerrasen und Heiden durch Nadelholzentnahme, Schafbeweidung und Plaggenhieb erhalten.

Hintergrund „chance.natur“

Mit dem Programm „chance.natur“ verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die herausragenden repräsentativen Landschaften Deutschlands zu erhalten und zu sichern. Bislang wurden 80 Naturschutzgroßprojekte mit einer Gesamtfläche von mehr als 3.700 Quadratkilometern gefördert. Dafür hat der Bund seit 1979 rund 500 Mio. € bereitgestellt. Derzeit stehen jährlich 14 Mio. € für den Erhalt und die Optimierung bundesweit bedeutender Natur- und Kulturlandschaften zur Verfügung.

 

 

 

BfN

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