Waldbau WaldÖkologie

Bewertung von Gastbaumarten für den klimagerechten Waldumbau

Sind asiatische und nordamerikanische Baumarten besser an Trockenheit angepasst als ihre europäischen Verwandten? Diese Frage soll nun in dem Projekt „Über die Trockenstressresistenz nicht-heimischer Baumarten und deren Potenzial für einen klimagerechten Waldumbau“ der Julius-Maximilians-Universität Würzburg beantwortet werden. Das Projekt wird durch die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) mit Mitteln aus dem Waldklimafonds unterstützt.

Welche Baumarten zur Stabilisierung der Wälder beitragen können, hängt von ihrer Anpassungsfähigkeit, unter anderem an Trockenheit, ab. In dem Projekt wird die Trockenstressresistenz europäischer, ostasiatischer und nordamerikanischer Baumarten verglichen. Nadel- und Laubbäume, die nicht ursprünglich aus Europa stammen, werden schon seit über 100 Jahren in Deutschland angebaut. Aktuell rücken diese Arten durch den voranschreitenden Klimawandel wieder in das Interesse der waldbaulichen Forschung, sofern sie dazu beitragen können, klimastabile Wälder zu bilden. Die Forscher der Julius-Maximilians-Universität Würzburg untersuchen insgesamt 16 Baumarten zu den Merkmalen ihrer Trockenheitsresistenz. Hierbei handelt es sich zu gleichen Teilen um heimische und nicht-heimische Nadel- und Laubbaumarten.

Vergleichsbäume dürfen nicht invasiv sein

Verglichen werden z. B. die einheimische Stieleiche mit der nordamerikanischen Roteiche oder auch die Europäische mit der Japanischen Lärche. Bei der Auswahl der fremdländischen Baumarten wurde darauf Wert gelegt, dass diese nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen als nicht invasiv bewertet werden. Das bedeutet, dass sie einheimische Baumarten nicht aufgrund ihres Wachstums- und Vermehrungsverhaltens verdrängen und somit nicht zur Gefahr für diese Arten werden.

Wirkt sich Herkunftsgebiet auf Wachstumsverhalten aus?

Kernstück der Untersuchungen ist ein Austrocknungsversuch, der mit Jungbäumen der untersuchten Arten durchgeführt wird. Darüber hinaus werden Untersuchungen der Blatt- und Holzeigenschaften an Altbäumen durchgeführt. Dies soll den Wissenschaftlern weitere Rückschlüsse auf das Verhalten der Baumarten bei Trockenheit ermöglichen. Detailliertere Erkenntnisse lassen sich durch die Auswertung von Ergebnissen langjähriger Anbauversuche für die Baumarten Douglasie, Weißtanne und Küstentanne gewinnen. Hierbei werden Klimadaten mit rückblickenden Zuwachsanalysen verglichen, um zu überprüfen, ob sich das jeweilige Herkunftsgebiet dieser Baumarten auf das Wachstumsverhalten bei Trockenheit ausgewirkt hat.

Die Ergebnisse aus diesem Projekt werden Förstern und Waldeigentümern in Form von Handlungsempfehlungen zur Verfügung gestellt, um sie bei der Baumartenwahl zur Verjüngung ihrer Wälder zu unterstützen.

 

Infos zum Projekt

Quelle: FNR