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Die hessische Europaministerin Lucia Puttrich während ihres Besuches beim KWF.

Hessische Europaministerin besuchte das KWF

Die hessische Europaministerin, Lucia Puttrich, besuchte am 25. Mai das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e. V. (KWF) in Groß-Umstadt. Dabei informierte sie sich über die Bedeutung des KWF in der europäischen Forstbranche und über dessen Beteiligung an europäischen Projekten.

Besonderes Interesse zeigte die Ministerin am Europäischen Motorsägenzertifikat (ECC) und der digitalen Karte der forstlichen Rettungspunkte, die das KWF erstellt hat. Außerdem ließ sie sich die Prüfstände für persönliche Schutzausrüstung und Motorsägen demonstrieren.

Wunsch nach einheitlichen Standards

Puttrich sagte nach einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des KWF, Robert Morigl, und der Geschäftsführenden Direktorin, Prof. Dr. Ute Seeling: „Bei Waldarbeit denkt man nicht sofort an die Europäische Union. Aber die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa macht es möglich, dass auch in den deutschen Wäldern immer mehr Menschen aus den anderen EU-Mitgliedstaaten arbeiten. Deshalb brauchen wir einheitliche Ausbildungs- und Qualitätsstandards, insbesondere bei der sehr gefährlichen Arbeit im Wald. Das KWF leistet auf diesem Gebiet hervorragende Arbeit.“

Das KWF sei ein sehr schönes Beispiel dafür, dass EU nicht nur in Brüssel stattfindet, sondern auch in Hessen. Ungefähr die Hälfte der Beschäftigten in der motormanuellen Holzernte kommt hierzulande aus mittel- und südosteuropäischen Ländern. Meistens sind sie bei Forstunternehmern tätig oder werden als Subunternehmer eingesetzt. Nach deutschem Arbeitsrecht müssen die Unternehmer fachkundiges, qualifiziertes Personal einstellen. Für einheitliche europäische Mindeststandards sorgt seit 2009 das Europäische Motorsägenzertifikat (ECC).

KWF betreut ECC-Prüfstellen

Das KWF ist Teil der europäischen Gremien, die dafür die Standards setzen. Es kümmert sich in Deutschland um die Umsetzung des Zertifikates. Dazu gehört die Überprüfung der Einrichtungen, die die entsprechenden Prüfungen abnehmen dürfen. Das KWF stellt die Zertifikate aus und führt eine Datenbank, in die alle erfolgreichen Absolventen eingetragen werden. Dank dieser Datenbank können Arbeitgeber jederzeit überprüfen, ob eine Person das nötige fachliche Können besitzt. Das KWF betreut außerdem zwei ECC-Prüfstellen. Eine liegt in Polen, die zweite in Tschechien.

Konzept forstlicher Rettungspunkte

Europaministerin Lucia Puttrich informierte sich auch über das Konzept der forstlichen Rettungspunkte. Das KWF hat diese Rettungspunkte mit Unterstützung aus dem gesamten Bundesgebiet in einer digitalen Karte zusammengeführt. In dieser Karte sind bereits über 52.000 Rettungspunkte aus zwölf Bundesländern zu finden. Der Datensatz steht jedem kostenfrei zur Verfügung und kann sowohl von Privatpersonen als auch von Firmen genutzt werden. So haben z. B. auch Waldbesucher, Sportler oder Jäger die Möglichkeit, im Falle eines Notfalls den nächsten Rettungspunkt zu identifizieren und anzusteuern. „Dieses System gibt es bislang nur in Deutschland. Es ist in Europa einmalig. Vielleicht trägt der heutige Termin mit Europaministerin Puttrich dazu bei, dass auch in anderen europäischen Ländern vergleichbare Initiativen angestoßen werden“, schlug Morigl vor.

KWF
Der Vorsitzende des KWF, Robert Morigl, begrüßte die Ministerin.

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