ABO
Berlins Energiewende in der Kritik

Berlins Energiewende in der Kritik

Die Berliner Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Katrin Lompscher verkündete anlässlich der vom 18. bis 20. Mai stattfindenden Berliner Energietage eine Energiewende, die sich auf drei Säulen stützt: Mehr Energieeffizienz, weniger Energieverbrauch und erneuerbare Energien statt fossiler Brennstoffe.

Das ehrgeizige Ziel der Berliner ist die Senkung des CO2-Ausstoßes bis 2020 um mindestens 40 % gegenüber 1990. Einen entscheidenden Beitrag sollen hierzu zwei neue Biomasseheizkraftwerke leisten – befeuert mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Unklar ist Experten jedoch, woher die dafür benötigten Holzmengen kommen sollen.

„Das in den Berliner und Brandenburger Wäldern jährlich nachhaltig nutzbare Holz reicht dafür nicht aus und wird bereits vollständig verwertet“, sagt Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR). Nach Ansicht des Verbandes fehlt im Konzept zur Biomassenutzung ein ganz wesentlicher Faktor: die Ressourceneffizienz.

Die AGR fordert daher eine bessere Abstimmung der Strategien zur Entwicklung der Biomassenutzung zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg. „Es geht nicht darum, auf Holz als Energieträger zu verzichten. Aber wir brauchen ganzheitliche Energiekonzepte, die die Ressourceneffizienz bei der Verwertung des Rohstoffs Holz stärker berücksichtigt“, betont der studierte Forstwirt.

Ressourceneffizient ist nach Auffassung der AGR die industrielle Energiegewinnung aus Holz dann, wenn sie überwiegend aus Reststoffen der laufenden Produktion oder am Ende der Lebensdauer von Holzprodukten erfolgt. Holz müsse deshalb zunächst der stofflichen Verwertung zugeführt werden, bevor es in Energie umgewandelt wird. Eine Vergütung für die Verbrennung von Waldholz gefährdet diese Kaskadennutzung.

Brandenburger Unternehmen der Energie- und Holzwirtschaft bekommen die zunehmende Verknappung des Rohstoffs bereits zu spüren. Bestehende Biomassekraftwerke und Biomasseheizkraftwerke können häufig nicht mit
dem derzeit am Markt verfügbaren Energieholz ausgelastet werden und beheizen ihre Anlagen zunehmend mit frischem Waldholz. Der regenerative Rohstoff wird so vorzeitig dem Verwertungsund Recyclingzyklus entzogen.

Erschwerend hinzu kommt der Plan des brandenburgischen Umweltministeriums, Waldflächen aus der Nutzung zu nehmen.

AGR

Auch interessant

von