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Berlin und Brandenburg engagieren sich für Deutschlands größtes Waldweideprojekt

Berlin und Brandenburg engagieren sich für Deutschlands größtes Waldweideprojekt

Für die gemeinsame Weiterführung des länderübergreifenden Erprobungs- und Entwicklungsvorhabens „Riesellandschaft Hobrechtsfelde“ sprachen sich am 25. Juli Brandenburgs Umweltstaatssekretär Daniel Rühmkorf und sein Berliner Kollege Staatssekretär Christian Gaebler aus. Hier entstehe eine arten- und erlebnisreiche Erholungslandschaft mit S-Bahnanschluss, so die Politiker nach dem Besuch des Naturparks.
 
Auf 850 ha entsteht an der nördlichen Stadtgrenze von Berlin Deutschlands größtes Waldweideprojekt. Ziel des Projekts ist es, die biologische Vielfalt zu stärken, heterogene Wälder zu ökologisch wertvollem, halboffenem Mischwald zu entwickeln und eindrucksvolle Erholungsräume für die nahe Stadt zu schaffen.
 
Vieles hat sich seit dem Start 2011 in dieser Landschaft  getan. Im ersten Jahr wurden bereits 1,3 Mio. € investiert, u.a. für 60 km Weidezaun. Derzeit beweiden etwa 200 Weidetiere  (30 Konikpferden; 170 Schottische Hochlandrinder, Uckermärker und Englische Parkrindern) ein über 820 ha große Gelände.
 
In der Schönower und Basdorfer Heide tragen erste forstliche Maßnahmen des beschleunigten Waldumbau zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushaltes bei. 150 ha Kiefernwälder wurden durchforstet und durch Entnahme der aus Nordamerika eingewanderten Spätblühenden Traubenkirsche zusätzlich aufgelichtet. Durch die anschließende Pflanzung von Eichen, Buchen, Linden und Ulmen entstehen stabile, naturnahe Mischwälder. Hier gehen Naturschutz und Forst Hand in Hand mit dem Ziel, die biologische Vielfalt zu stärken“, so Rühmkorf. „Der Erfolg wird an den Effekten für den Naturschutz, die Waldentwicklung und die Erholung zu messen sein.“ Experten von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde koordinieren wissenschaftliche Begleituntersuchungen.

Auf dem ehemaligen Gutshof in Hobrechtsfelde entsteht bis 2013 ein Besucherzentrum mit Schaugehege. Ein weiterer Besuchermagnet wird eine Ausstellung im alten Speicher sein  – über die regionale Entwicklung der Waldweide von den historischen Anfängen über die Entstehung von Hobrechtsfelde und der Rieselfeldwirtschaft bis hin zur Zukunft der eichengeprägten halboffenen Waldlandschaft.

Der Förderverein Naturpark Barnim ist Träger dieses Großprojektes. Zu den Projektpartnern gehören u.a. die Naturparkverwaltung Barnim, die Berliner Forsten,  die Agrar GmbH Gut Hobrechtsfelde, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin, die Berliner Stadtgüter GmbH und der Landkreis Barnim.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert das Vorhaben bis 2015 mit 1,7 Mio. € sowie die wissenschaftliche Begleitung mit mehr als 370000 €. Weitere Förderer sind das Land Berlin, die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg, der Landkreis Barnim und der Förderverein Naturpark Barnim.

fp/MUGV Brandenburg/SenStadtUmwelt Berlin

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