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Bergwaldprojekt und DBU-Naturerbe kooperieren

Bergwaldprojekt und DBU-Naturerbe kooperieren

Vom 30. Januar bis zum 10. Februar ist der Verein Bergwaldprojekt zum dritten Mal zu Gast auf der DBU-Naturerbefläche Hainberg in der Nähe von Fürth. Zwei Wochen lang leisten die Teilnehmer einen persönlichen Beitrag, um dort im Rahmen des Waldumbaus nicht-heimische Baumarten zu fällen.

Die rund 195 ha große, ehemals militärisch genutzte Fläche gehört zum Nationalen Naturerbe und ist 2010 vom Bund an die gemeinnützige Tochter der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das DBU Naturerbe, übertragen worden.

 

„Durch die jahrzehntelange militärische Nutzung haben sich hier wertvolle Lebensräume entwickelt. Wir freuen uns, dass uns die Teilnehmer des Bergwaldprojektes einmal im Jahr helfen, diesen wertvollen Naturschatz weiterzuentwickeln“, sagte Revierleiter Jens Eckhard Meyer vom Bundesforstbetrieb Reußenberg.
Naturschutz in ehemaligen Hutewäldern

 

Dieses Mal stehen die ehemaligen Hutewälder im Fokus. Die Teilnehmer werden zum Beispiel die aus Nordamerika stammende Spätblühende Traubenkirsche entnehmen. Das als äußerst konkurrenzstark geltende Gewächs verdränge die heimischen Arten zunehmend. Die Traubenkirsche solle auf Kleinflächen, die insgesamt aber 2 ha umfassen – das entspricht der Fläche von fast drei Fußballfeldern – gänzlich aus den Waldbeständen entfernt werden.
Eichelhäher hilft bei Verbreitung heimischer Eichen
Damit die Lücken wieder mit heimischen Baumarten geschlossen werden, kommt Hilfe aus dem Tierreich: Eichelhäher werden Eicheln angeboten, die diese als Nahrungsvorräte im Wald verstecken. Finden sie ein Versteck nicht wieder, könne die Eichel keimen und eine junge Eiche wachse heran.
Die Teilnehmer des Bergwaldprojekts werden extra zum Zweck dieser natürlichen Waldentwicklung „Hähertische“ errichten. Das auf den Stock gesetzte Futterangebot verhindere, dass hungrige Wildschweine den Vögeln zuvorkommen.
Zusätzlich pflanzen die Teilnehmer des Bergwaldprojektes junge Linden und Buchen.
Bergwaldprojekt vermittelt Naturschutz-Zusammenhänge
Unter fachkundiger Leitung der Projektförster Sebastian Hiekisch und Christoph Wehner vom Bergwaldprojekt, ist neben der praktischen Arbeit auch ein Exkursionsnachmittag vorgesehen, um die vielfältigen Aspekte des Projektgebietes und dessen Bedeutung für den Menschen näher zu beleuchten.
„Das Bergwaldprojekt bringt mit seinen Einsatzwochen allein in Deutschland jedes Jahr über 2.000 Menschen in die Natur. 2017 finden 100 Projektwochen an 51 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland statt“, erläutert Wehner. Ziel der Arbeitseinsätze sei es, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den Teilnehmern die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit zu einem naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen.
Bereits seit 2010 kooperieren das DBU Naturerbe und das Bergwaldp rojekt erfolgreich miteinander. Bislang haben rund 600 Freiwillige auf den DBU-Naturerbeflächen Naturschutzarbeit geleistet. Weitere Informationen unter www.bergwaldprojekt.de
Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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