Naturschutz, Landschaftspflege

Bergwaldprojekt am Velmerstot: Anpacken, um die Natur zu schützen

Bearbeitet von Jörg Fischer

Am Preußischen Velmerstot, auf der höchsten Kuppe von Eggegebirge und Teutoburger Wald, leisteten 20 Freiwillige vom Verein Bergwaldprojekt e. V. im September praktischen Naturschutz in ihrer Freizeit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Projektwoche sorgten mit ihren Arbeiten dafür, dass die wertvolle Offenlandfläche frei von ungewollter Verbuschung bleibt. Ziel ist es, die Artenvielfalt von Krautflora und Heidestrukturen zu fördern.

Auf dem Gipfel des Velmerstots befindet sich eine ökologisch wertvolle Offenlandfläche, die es zu schützen und zu erhalten gilt. Mosaikartig greifen Kleinstbiotope ineinander. So zeichnet sich die Fläche durch Heidestrukturen, Orchideenwiesen und Wildkräuter aus. Zur Pflege der Fläche ist auch eine Ziegen- und Schafherde im Einsatz. Was sie nicht schafft, arbeiteten die Freiwilligen mit Sensen, Äxten und Strauchscheren nach. Würde die aktive Pflege nicht stattfinden, würde dieser ökologisch wertvolle Standort nach und nach verloren gehen.

Voller Einsatz bei Wind und Wetter

Auch Wind und Regen konnten die Freiwilligen nicht von ihrer Arbeit abhalten, sie waren hoch motiviert. Aus ganz Deutschland kommend, wollten sie aktiv Naturschutz leisten. Mache waren das erste Mal dabei, andere hatten bereits einige Erfahrungen gesammelt. Ursula Schild engagierte sich bereits zum sechsten Mal beim Bergwaldprojekt. „Es ist immer wieder ein schönes Gefühl, der Natur etwas zurückzugeben. Auf Gleichgesinnte treffen und körperlich in der freien Natur zu arbeiten, das macht mir einfach Spaß. Ich möchte Bergwaldprojekte so lange machen, wie ich es kann.“, sagte die Magdeburgerin.

Aktiver Naturschutz: Ursula Schild befreit das Heidekraut.
Aktiver Naturschutz: Ursula Schild befreit das Heidekraut.
Foto: M. Bömer/Wald und Holz NRW

Bäume abholzen für den Naturschutz?

Projektleiterin Urla Ewender war zufrieden mit dem Einsatz. „Einige Freiwillige waren zunächst irritiert, dass hier in einem Naturschutzprojekt keine Bäume gepflanzt, sondern entgegen erster Erwartungen abgeholzt werden. Diese Flächen sind aber ideal, um viele Denkanstöße zu setzten. Nach getaner Arbeit setzen wir uns abends zusammen und sprechen über die besondere Strukturvielfalt und Biodiversität, die dieser Ort bietet.“ sagte Urla Ewender. Sie studiert aktuell Landschaftsökologie in Greifswald.

Förster Andreas Bathe, Forstwirt Rainer Hoffmann, Projektleiterin Urla Ewender und Forstamtsleiter Roland Schockemöhle (v. l.) sind zufrieden mit der Projekt-Woche.
Förster Andreas Bathe, Forstwirt Rainer Hoffmann, Projektleiterin Urla Ewender und Forstamtsleiter Roland Schockemöhle (v. l.) sind zufrieden mit der Projekt-Woche.
Foto: M. Bömer/Wald und Holz NRW

Die Projektwoche auf dem Velmerstot findet bereits zum achten Mal statt. Regionalforstamtsleiter Roland Schockemöhle und Förster Andreas Bathe vom Regionalforstamt Hochstift sind immer wieder sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit und beeindruckt von der Motivation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wald und Holz NRW ist Projektpartner des Vereins Bergwaldprojekt. Finanziert wird dieses Projekt größtenteils durch den Kreis Lippe.

Über das Bergwaldprojekt

Mehr als 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer engagieren sich jährlich in den Freiwilligen-Wochen des Vereins Bergwaldprojekt. Deutschlandweit wird dadurch in mehr als 70 Einsatzorten aktiv Biotop- und Artenschutz geleistet. Auch Waldumbau, Waldpflege und Moorwiedervernässungen zählen zu den Schwerpunkten. Die Freiwilligen lernen dabei nicht nur die vielfältigen Funktionen der jeweiligen Ökosysteme kennen, sie werden auch auf einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen aufmerksam gemacht.

Mehr Infos zum Bergwaldprojekt gibt es auf der Projektwebseite.

Quelle: Wald und Holz NRW