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Bergwald: Naturerbe und Rohstofflieferant?!

Bergwald: Naturerbe und Rohstofflieferant?!

Zu ihrem 6. Geburtstag luden die Bayerischen Staatsforsten wieder zu einem Naturschutztag ein. Diesmal ins Werdenfelser Land, wo überdurchschnittlich viele sehr alte und naturnahe Bergmischwälder vorkommen. Mit mehr als 195.000 Hektar bewirtschaften die Bayerischen Staatsforsten die mit Abstand größten Bergwaldflächen in Deutschland. Einher mit der Bewirtschaftung des Bergwaldes geht auch eine große Verantwortung für die besonderen und oft einzigartigen Bewohner des Hochgebirges. Der diesjährige Naturschutztag der Bayerischen Staatsforsten stand daher unter dem Motto „Bergwald: Naturerbe und Rohstofflieferant“. Die am 1. Juli im Kongresszentrum ausgerichtete Veranstaltung beschäftigte sich inhaltlich mit dem Natur- und Artenschutz bei der Pflege und Bewirtschaftung des Bergwaldes.
Forstbetrieb Oberammergau: hot-spot für Biodiversität
Im oberbayerischen Werdenfelser Land finden sich noch besonders viele alte und naturnahe Bergmischwälder und damit Standorte mit einer hohen Artenvielfalt. Aus diesem Grund wurde Garmisch-Partenkirchen als Veranstaltungsort für den diesjährigen Naturschutztag gewählt. Für die Bewirtschaftung solcher seltener Waldbestände, aber auch ganz grundsätzlich gelten im Gebirge besondere Ansprüche. Es muss nicht nur ein hinreichender Schutz vor Lawinen und Steinschlag gewährleistet, sondern vor allem auch auf seltene und einzigartige Bewohner Rücksicht genommen werden. Dies ist den Staatsförstern und -försterinnen ein besonderes Anliegen – was sich im Detail in den Naturschutzkonzepten der Forstbetriebe niederschlägt.
Meinhard Süß, der Leiter des Forstbetriebs Oberammergau, stellte das für seinen Betrieb geltende Konzept während des Naturschutztages vor. In diesem wird dezidiert dargelegt, was Oberammergau für den Arten- und Naturschutz leistet. Aufgeführt werden dort etwa, wie viel Totholz und Biotopbäume im Bestand verbleiben oder wie beispielsweise das Verbundsystem zwischen unbewirtschafteten autochthonen Bergwäldern und naturnah bewirtschafteten Bergwäldern funktioniert. Eines ist Herrn Süß dabei besonders wichtig: „Wir betreiben   Naturschutzarbeit auf der gesamten Fläche des Forstbetriebs. So stellen wir sicher, dass der Bergwald Naturerbe und Rohstofflieferant bleibt.“
In die gleiche Richtung argumentierte auch der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, Reinhardt Neft, der die Naturschutzstrategien für den gesamten bayerischen Bergwald vorstellte. „Durch unseren hohen forstfachlichen Standard integrieren wir ökologische, soziale und ökonomische Ansprüche an den Bergwald auf der ganzen Fläche“, so Herr Neft während seines Vortrags. „Wir zeigen mit unserer Strategie deutlich und mit klaren Zahlen hinterlegt, was wir für den Naturschutz im Wald leisten. Die ökologische Ressource Wald können wir aber nur wirklich langfristig erhalten, wenn der Wald sich selbst wirtschaftlich trägt und gepflegt wird.“
Neben den Vertretern der Bayerischen Staatsforsten referierte Herr Dr. Christoph Moning über die Bedeutung einer naturnahen Bergwaldbewirtschaftung für die Artenvielfalt und Johannes Schnell vom Landesfischereiverband stellte ein erfolgreiches Naturschutzprojekt zum Schutz der Seeforelle im Staatswald vor. Den Abschluss und gleichzeitig Höhepunkt des Naturschutztages markierte eine Exkursion in die alten Bergmischwälder des Wettersteins. Während dieser konnte der integrative Ansatz der Bayerischen Staatsforsten zum Schutz und bei der Bewirtschaftung dieser besonderen Waldökosysteme in Augenschein genommen und diskutiert werden.
Bayerische Staatsforsten
Die Bayerischen Staatsforsten sind mit einer Fläche von rund 805.000 Hektar und mit rund 2.800 Beschäftigten das größte deutsche Forstunternehmen. Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften den gesamten bayerischen Staatswald. Und das nach klaren Vorgaben: Natur bewahren. Profitabilität sichern. Dem Menschen dienen. Nachhaltige, naturnahe Forstwirtschaft, so wie sie bei den Bayerischen Staatsforsten gelebt wird, wird allen gerecht: den Menschen, die im Wald arbeiten oder sich erholen wollen, der Gesellschaft, die den nachwachsenden, umweltfreundlichen Rohstoff Holz zunehmend nachfragt, und den Tieren und Pflanzen, für die der Wald wertvollen Lebensraum bietet.
 
BaySf

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