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Mit der weißlich-silbrigen Rinde ist die Birke gut gegen Sonnenbrand geschützt. Fichte und Buche trifft es da deutlich schlechter.

Bekommen Bäume eigentlich einen Sonnenbrand?

Die Temperaturen im Sommer sind teilweise sehr hoch. Um sich vor der Sonne und der UV-Strahlung zu schützen, verwenden Menschen eine Sonnencreme. Den Tieren hilft ihr Fell. Aber was machen Bäume um keinen Sonnenbrand zu bekommen? Sie werden durch ihre Rinde geschützt – zumindest wenn sie dick genug ist.

Auch wenn es unglaublich klingt, unseren wichtigsten Baumarten in Thüringen droht auch diesen Sommer ein Sonnenbrand. Schon vergleichsweise geringe Hochsommertemperaturen können über den Tag hinweg die Holztemperatur unter einer durchschnittlich dicken Rinde auf 45° C ansteigen lassen. Und damit ein flächiges Absterben von Stammteilen zur Folge haben. Ausgerechnet die beiden häufigsten Baumarten in Thüringen, die Fichte und die Buche, sind durch ihre vergleichsweise dünne Rinde von Sonnenbrand besonders gefährdet. Kritisch ist dies, wenn bisher beschattete Bäume durch Sturmwurf oder Borkenkäferbefall plötzlich schutzlos freigestellt werden. Dann sind thermische Rindenschäden, einem schweren Sonnenbrand auf der Haut vergleichbar, fast unvermeidlich. Und oft folgt dann die Pilzfäule, die den Baum über kurz oder lang umstürzen lässt.

Thermische Rindenschäden steigen im Zuge des Klimawandels

„Die steigenden Sommerhöchsttemperaturen kombiniert mit Dürrephasen lassen die temperaturbedingten Rindenschäden an unseren Hauptbaumarten stetig steigen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Forschungen zeigen, dass selbst bei moderaten 26° C Tageshöchsttemperatur unter der dünnen Rinde einer Buche 50° C, unter der dünnen Rinde einer Fichte 49° C auftreten können. Da direkt unter der Rinde das Kambium des Baumes liegt, welches das Zellwachstum im Stamm steuert, sind Schäden durch Sonnenbrand unvermeidbar. „Neben Buchen und Fichten sind auch die dünnrindigen Ahorne, Linden, Eschen und Erlen gefährdet – allesamt wichtige Mischbaumarten im Wald“, so Gebhardt weiter. Neben der Tageshöchsttemperatur ist die Ausrichtung der ungeschützten Stammfläche nach Süden oder Südwesten -der Mittagsseite- ein kritischer Faktor.

Pilzfäule oft Folge von Sonnenbrand

Wird durch starke Sonneneinstrahlung der Stamm geschädigt, bildet das nekrotische Gewebe die Eingangspforte für Fäulepilze. Mit Fortschreiten der Fäule wird der Baum als solches instabil. Ein Verkehrssicherungsproblem, wenn der Baum an Wegen oder Straßen steht und umzustürzen droht. Während im Garten- und Landschaftsbau ein einzelner Baum etwa in Parks oder entlang von Straßen mittels Weißanstrich oder auch Schilfmatte vor Sonnenbrand geschützt werden kann, ist dies im Wald bei der Vielzahl von Baumindividuen kaum eine Option. Dem Waldbesitzer und Förster bleibt nur die Möglichkeit, durch eine schnellwachsende Pionierbaumart, wie etwa Birke, für Beschattung zu sorgen. Die Birke selbst benötigt keine Beschattung: Sie verfügt über eine weißlich-silbrige Rinde und hat die „Sonnenschutzcreme“ gleichsam eingebaut.

 

Wenn es noch wärmer wird, werden Bäume nicht mehr nur durch einen Sonnenbrand gefährdet. Es kann zu Waldbränden kommen. Lesen Sie hier, wie sich der Wald nach Feuerkatastrophen regeneriert. 

Quelle: ThüringenForst

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