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Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in Brandenburg

Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger startete am 9. Mai im Landkreis Teltow-Fläming die Bekämpfungsaktion gegen den Eichenprozessionsspinner. Vorangegangen war ein intensives Monitoring des Landesbetriebes Forst Brandenburg.

Die Waldschutzmaßnahmen mit Insektiziden gegen den Schädling sind mit dem Einsatz von Hubschraubern zu realisieren. Die Kosten der diesjährigen Befliegung des Waldes betragen etwa 125.000 €.
„Die Entscheidung für einen Insektizideinsatz im Wald ist nach sorgfältiger Prüfung und Auswertung des Monitorings getroffen worden. Nach gründlicher Abwägung, auch der ökologischen Konsequenzen, ist eine Bekämpfung der Schadinsekten mit Insektiziden erforderlich, um massive Fraßschäden und damit ein großflächiges Absterben der Bäume zu verhindern und Menschen gesundheitlich nicht zu gefährden“, erklärte Vogelsänger.
In der 19. Kalenderwoche beginnen Pflanzenschutzmaßnahmen für rund 460 ha Wald gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners in den Landkreisen Teltow-Fläming, Havelland, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz. Je nach Witterung werden die Pflanzenschutzeinsätze der Forstverwaltung nach etwa einer Woche abgeschlossen sein. Durch geeignete Maßnahmen schützen die Landkreise so die Bevölkerung vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die Raupen der Eichenprozessionsspinner, deren Brennhaare heftige allergische Reaktionen auslösen können.
Wo ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder Bioziden nicht möglich ist, müssen die Raupen mechanisch entfernt werden. Der erste Start der Hubschrauber wird in Kemnitz (Landkreis Teltow-Fläming) erfolgen.
Vorausgegangen sind umfangreiche Vorarbeiten durch die Forstbehörde.
Durch ein mehrstufiges Monitoringverfahren konnte etwa die zu behandelnde Fläche verringert werden, wo Schwellenwerte nicht überschritten wurden und eine unmittelbare Waldbedrohung nicht mehr gegeben war. Die zuständigen Oberförstereien beteiligten die Waldbesitzer und stimmten die Maßnahmen mit den unteren Naturschutz- und Wasserbehörden ab. Das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde sicherte die fachliche Begleitung dieser Arbeiten ab und erstellte die Prognosen für die zu erwartenden Schädlingsdichten und Waldschäden.
Risikominimierung für Umwelt und Gesundheit 
Um Auswirkungen auf den Naturhaushalt möglichst gering zu halten, wird für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners das sehr selektiv wirkende Bakterienpräparat Dipel ES eingesetzt. Die erforderliche Genehmigung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit für die Ausbringung mit Luftfahrzeugen liegt vor. Der Insektizideinsatz erfolgt nur bei optimalen Witterungsbedingungen. Regen oder starker Wind führen zum sofortigen Abbruch der Maßnahmen.
Zur Risikominimierung für Umwelt und Gesundheit sind strenge Anwendungsbestimmungen einzuhalten. So sind zum Beispiel Abstände zu Gewässern und Siedlungen vorgeschrieben. In Schutzgebieten erfolgt eine Behandlung des Waldes nur, wenn die zuständigen Behörden ihre Zustimmung erteilt haben. Während der Befliegung dürfen die mit Schildern gekennzeichneten Gebiete nicht betreten werden. Aus Sicherheitsgründen dürfen auf den behandelten Flächen drei Wochen keine Pilze und Beeren gesammelt werden.
Die Befliegung erfolgt auf der Basis von Karten, die mit einem Geographischen Informationssystem erstellt wurden und somit nach vorgegebenen GPS-Daten. Die Flugbahnen werden aufgezeichnet und sind somit auch nachträglich kontrollierbar.
Im Jahr 2015 wurden rund 1,3 Mio. € zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners aufgewendet. Dabei wurden die Raupen auf über 3.000 ha bekämpft. Verwendung fand in den allermeisten Fällen das Insektizid DIPEL ES, welches aus der Luft mit Hubschraubern oder mit Sprühkanonen vom Boden ausgebracht wurde. Darüber hinaus wurden Eichen an Straßen und Autobahnen auf einer Länge von insgesamt 194 km sowie weitere 24.000 Einzelbäume behandelt. In besonders sensiblen Bereichen wurden die Raupen und deren Nester mechanisch, etwa durch Absaugen, entfernt. Ausbreitungsschwerpunkte waren insbesondere Befallsflächen, die im Vorjahr nicht behandelt wurden.
Mehr Informationen zur Behandlung von Flächen und Termine www.forst.brandenburg.de

MLUL Bandenburg

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