Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Üppige Ambrosia-Pflanzen in einem ehemaligen Blumenbeet ? die Pflanzen sind durch verunreinigtes Vogelfutter hierher gelangt. Foto: Dr. S. Lütt

Beifuß-Ambrosie in Schleswig-Holstein

Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia L.) ist eine stark allergene Pflanze, die aus Nordamerika stammt und sich bereits in mehreren europäischen Ländern (Frankreich, Italien, Ungarn) massiv ausgebreitet hat. In Baden-Württemberg und Bayern existieren schon Massenvorkommen, in Berlin und Hamburg hat die Art sich ebenfalls einbürgert. Sie blüht erst jetzt – im August und September – und stellt damit eine zusätzliche Belastung für Pollenallergiker dar, weil die Pollensaison verlängert wird. Die Pollen der Pflanze rufen allergische Reaktionen der Augen und Atemwege hervor und können zu Asthma führen. Zwar kommt die Pflanze in Schleswig-Holstein bislang nur unbeständig und vereinzelt vor, trotzdem bittet das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) die Gartennutzer gerade jetzt Obacht walten zu lassen und insbesondere die Flächen im Umkreis von Vogelfutterstätten auf Ambrosien-Pflanzen zu untersuchen und gefundene Pflanzen zu melden und sie zu beseitigen. Auch Ackerrandstreifen und Sonnenblumenkulturen, die aus Vogelfutter angezogen wurden, sollten auf Vorkommen überprüft werden. „Bislang waren die Herbstmonate für eine Samenbildung hierzulande zu kalt und zu nass – die Vorkommen hier sind meist auf Vogelfutter als Quelle zurückzuführen“, so die Biologin Dr. Silke Lütt aus dem LLUR.

 
Seit 2007 erfasst sie die jährlichen Vorkommen und meldet die Daten weiter an das Julius-Kühn- Institut (JKI), das die bundesweite Erfassung durchführt. Die Beifuß-Ambrosien sind jetzt zu stattlichen Pflanzen entwickelt, die nicht zu übersehen sind.
 
Folgende Maßnahmen können gegen eine weitere Verbreitung helfen:
 
  • Beseitigen Sie die Pflanze umgehend mitsamt den Wurzeln. Ziehen Sie dafür Handschuhe an, bei blühenden Pflanzen empfiehlt sich die Verwendung einer Staubmaske. Entsorgen Sie die Pflanzen in einer Plastiktüte im Hausmüll. Allergiker sollten diese Arbeit nicht durchführen!
  • Melden Sie sämtliche Vorkommen der Beifuß-Ambrosie an Dr. Silke Lütt (Tel. 04347 / 704-363 oder -301, Email: silke.luett@llur.landsh.de).
  • Sollten Sie Vorkommen der Pflanze aus dem Vorjahr kennen, dann schauen Sie bitte auch in den folgenden Jahren nach, ob die Pflanze sich vermehrt hat und beseitigen sie die Nachkommen gegebenenfalls. Vogelfutter, das angeblich „garantiert Ambrosien-frei“ ist, enthält zwar weniger Verunreinigung an Ambrosia-Saat, frei davon ist es jedoch nicht. Das im Handel befindliche Vogelfutter stammt vielfach aus südosteuropäischen Ländern, wo die Sonnenblumen-Felder voller Ambrosien sind, die nur schwer und mit erheblichen Mehrkosten vom Vogelfutter zu trennen sind.
 
Die unscheinbare einjährige Pflanze stammt aus Nordamerika und kommt bereits seit 150 Jahren in Norddeutschland (v.a. in den lokalklimatisch wärmeren Städten wie z.B. Berlin und Hamburg) vor. Sie wird von 20 cm bis zu 1,5 m groß, wird vom Wind bestäubt und bildet entsprechend zahlreiche Pollen und Samen, die bis zu 40 Jahre lang ihre Keimfähigkeit behalten können. Die Blüten sind getrennt geschlechtlich in ährenartigen endständigen grünlichen Blütenständen angeordnet. Die Blätter sind doppelt gefiedert und auf der Unterseite grün.
 
Die Beifuß-Ambrosie ist leicht mit dem heimischen Beifuß (Artemisia vulgaris) zu verwechseln, zurzeit aber gut davon zu unterscheiden, weil dieser bereits stattlich silbrig-weiße Blütenstände ausgebildet hat, wohingegen die Ambrosie erst beginnt, grünliche kolbenartige Blütenstände zu schieben. Weitere unterscheidende Merkmale des Beifußes sind seine weißfilzigen Blattunterseiten und sein aromatischer Geruch.
 
Infos und Bestimmungshilfe im Internet: www.ambrosiainfo.de
LLUR
Üppige Ambrosia-Pflanzen in einem ehemaligen Blumenbeet ? die Pflanzen sind durch verunreinigtes Vogelfutter hierher gelangt. Foto: Dr. S. Lütt Der heimische ungefährliche Beifuß mit seinen auffälligen silbrig-grauen Blütenständen. Foto: Dr. S. Lütt

Auch interessant

von