Die neue BEG-Förderrichtlinie bedeutet einen Schub für den Holzbau, Wärme aus Holz werde dagegen ausgebremst, meint der DeSH.
Die neue BEG-Förderrichtlinie bedeutet einen Schub für den Holzbau, Wärme aus Holz werde dagegen ausgebremst, meint der DeSH.
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BEG-Förderung: Positive Aussichten für Holzbau – Bremse für Holzwärme

28. Dezember 2022
Am 9. Dezember hatte das Bundeswirtschaftsministerium die Neuerungen für die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) vorgestellt. Damit möchte die Bundesregierung zentrale Schritte für einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2045 umsetzen.

Aus Sicht des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbands e.V. (DeSH) werden damit Verbesserungen für Gebäudesanierungen geschaffen. Jedoch bremsen die neuen Vorgaben den Heizungstausch hin zur Holzwärme erheblich aus und drohen die Wärmewende unnötig zu verzögern.

Ineffiziente Gebäude schneller sanieren

Für die Neubauförderung wünscht sich der Verband schnell Klarheit und betont die Bedeutung umfassender Planungssicherheit. „Die Bundesregierung hat mit den neuen Förderbedingungen der BEG einen weiteren Schritt für eine beschleunigte und effiziente Sanierung von Gebäuden unternommen“, kommentiert DeSH-Geschäftsführerin Julia Möbus die neue Richtlinie. Angesichts der Bedeutung des Gebäudesektors für die Klimaziele sei die Absenkung des Budgets von 20 auf 13 Mrd. € Euro allerdings bedauernswert.

Zu begrüßen seien die neu eingeführten Boni für die klimafreundliche Modernisierung im Bestand. Die gezielte Anhebung der Förderung für serielle Sanierungen setze dabei auf innovative Lösungen und schaffe damit weitere Anreize, mit Effizienzhausstandard zu modernisieren.

Gleichzeitig werden mit der Erhöhung und Ausweitung des bereits im September eingeführten Sanierungsbonus für die ineffizientesten Gebäude bedeutende Emissionstreiber in den Blick genommen.

Neue BEG bremst Holzwärme aus

Die Änderungen bieten aus Sicht des DeSH jedoch auch Anlass für deutliche Kritik: „Das zentrale Instrument für einen klimaneutralen Gebäudesektor bleibt die Wärmebereitstellung, die im Jahr 2030 zu 50 % aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden soll. Derzeit liegt ihr Anteil bei nur 16,5 % und wird zu zwei Dritteln durch Holzenergie bereitgestellt.“

Der Holzwärme komme damit eine besondere Bedeutung bei der Sanierung im Bestand zu. Mit der Absenkung der Emissionsgrenzwerte und Erhöhung der Effizienzvorgaben verkenne die Bundesregierung diese Rolle und drohe den Heizungstausch durch falsche Anreize zu bremsen und die Wärmewende unnötig zu verzögern. „Das ist ein Signal in die falsche Richtung“, betont Möbus.

Planbarkeit im Neubau gefordert

Entscheidend bleibe, dass bei steigenden Kosten und Zinsen schnell für Klarheit bei der Neubauförderung gesorgt wird. Angesichts einer schwächelnden Baukonjunktur sei eine planbare und gesicherte Finanzierung für Bauherren und Investoren unverzichtbar.

Die für März 2023 geplante Einführung einer eigenen Richtlinie ‚Klimafreundlicher Neubau‘ sollte also deutliche Akzente beim Klimaschutz setzen und dabei die aktuellen Rahmenbedingungen berücksichtigen. „Damit bietet sich die Chance, zwei Krisen gemeinsam zu begegnen“, so Möbus abschließend.

Hier finden Sie den Entwurf zur BEG-Förderung vom 9. Dezember. Die Richtlinie wird am 1.1.2023 verbindlich.

Quelle: DeSH