Forstbetrieb Naturschutz, Landschaftspflege

Bedrohen Windräder den Rotmilan?

Bearbeitet von Rainer Soppa

Am 22. Februar war der Rotmilan Hauptdarsteller in einer Reportage des ZDF-Magazins Frontal 21.

Viele Windprojekte in Deutschland scheitern derzeit am Vorkommen des Rotmilans. Den Windrädern wird nachgesagt, dass sie die Greifvögel mit ihren Rotorblättern erschlagen. In der Sendung wurden ein aktuelles EU-Artenschutzprojekt und überraschende Ergebnisse zu den Todesursachen des Rotmilans vorgestellt. Demnach seien Rotmilane nicht durch den Ausbau der Windkraft gefährdet. „An einem Windrad zu sterben, ist ein äußerst seltenes Ereignis, wirklich extrem selten“, fasst Rainer Raab die ersten Zwischenergebnisse des Projekts „LIFE EUROKITE“ zusammen, für das Raab federführend tätig ist.

LIFE EUROKITE

Das LIFE EUROKITE Projekt ist ein Artenschutzprojekt, das im Rahmen der LIFE Förderung der Europäischen Union zu 60 % gefördert wird. Das Projekt wird von der Mitteleuropäische Gesellschaft zur Erhaltung der Greifvögel (MEGEG) in Zusammenarbeit mit 18 Partnern (NGOs, Netzbetreiber, Regionale Behörden) aus zehn europäischen Ländern durchgeführt. Elf Kofinanzierer und mehr als 20 Kooperationspartner (Universitäten, NGOs, Behörden und Ministerien) unterstützen das Projekt.

Ziel des Projekts ist es, mithilfe von Telemetriedaten die Lebensraumnutzung der Rotmilane und andere zu ermitteln und die Hauptgründe für die Sterblichkeit von Greifvogelarten in der EU zu quantifizieren.

Von 2020 bis 2024 wurden bzw. werden über 1.500 Rotmilane mit GPS-Trackern ausgestattet werden, wodurch ihre Aktivitäten dauerhaft nachvollzogen werden können.

Zwischenergebnis

Die in der Sendung vorgestellte Auswertung ist erst ein Zwischenergebnis vom 10. November 2021 und bezieht sich auf die Mortalitätsdaten von 556 verstorbenen Rotmilanen in Festland-Europa. Genauer Ergebnisse werden frühesten Ende des Jahres erwartet. Aber es zeichnet sich deutlich ab, dass Windräder nur sehr selten Todesursache sind, im Vergleich zu z.B. Vergiftungsfällen in Europa. Weiter könne das Risiko von Unfällen mit Windrädern durch eine gute Planung neuer Anlagen und den Einsatz von neuartigen Antikollisionssytemen. Letzter sind in Deutschland allerdings noch nicht anerkannt, gesenkt werden.

Eine ausführliche Stellungnahme zu dem Beitrag am 22. Februar im ZDF-Magazin Frontal 21 finden Sie hier.

Rainer Soppa