Holztransport

Was tut sich Holztransportgewerbe?

von Oliver Gabriel

Für das Holztransportgewerbe neigt sich ein schwieriges Jahr dem Ende zu. Allgemein konnten dieses Jahr viele Veranstaltungen und Messen wegen der Corona-Pandemie anicht stattfinden. Davon waren im Frühsommer auch die Mitgliederversammlung und der Unternehmertag der Bundesvereinigung des Holztransportes (BdHG) betroffe. Auch die Hoffnung, die Veranstaltung im Herbst dieses Jahres nachzuholen, zerschlug sich.

Für das kommende Jahr denkt die BdHG über ein virtuelles Angebot nach. Auch die Organisation einer „Freiluftveranstaltung“ wäre möglich. Durch die äußeren Umstände ist wahrscheinlich allen Cluster-Beteiligten klar geworden, wie wertvoll regelmäßige Treffen zum Netzwerken, zum Wissens- aber auch für den persönlichen Austausch sind.

Das gilt sowohl für branchenspezifische, als auch für branchenübergreifende Veranstaltungen. Die Erkenntnis relativiert die Selbstverständlichkeit von Veranstaltungsangeboten der letzten Jahre und verdeutlicht deren Stellenwert. Auch wenn die weitere Pandemieentwicklung derzeit noch offen ist, zeichnet sich – durch die angekündigten Impfungen – ein Silberstreifen am Horizont ab.

Relativ gute Auftragslage trotz Pandemie

Erfreulicherweise bestand im Holztransport, anders als in anderen Branchen und trotz der anhaltenden Pandemie, noch eine relativ gute Auftragslage, die bis heute andazert. Abgesehen von leicht angestiegenen Ausfällen des Fahrpersonals konnte die Fuhrunternehmen ihren Frachtbetrieb im Großen und Ganzen aufrechterhalten. Es bleibt zu hoffen, dass die Branche weiterhin mit einem „blauen Auge“ durch die Krise kommt.

Ein nicht unerheblicher Faktor war dabei sicher auch die Tatsache, dass aufgrund der 44-t-Ausnahmegenehmigungen die Holztransporte für Sturmholz und Käferkalamitäten äußerst nachgefragt waren. Es ist aber derzeit fraglich, ob diese Ausnahmegenehmigungen im Jahr 2022 verlängert werden.

In diesem Zuge wird es interessant sein, inwieweit der nationale Gesetzgeber die EU-Richtlinie 2015/719 umsetzen wird. Danach soll er bis zum 27. Mai 2021 spezifische Maßnahmen einführen, „um die in Betreib befindlichen Fahrzeuge oder Fahrzeugkombinationen zu bestimmen, die mutmaßlich das höchstzulässige Gewicht überschritten haben und die daher von den zuständigen Behörden überprüft werden sollten“. Hierbei wird der Bund sicherlich auch auf die Ergebnisse einer Studie zu einer Erhöhung der Tonnage schauen, die die Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) durchführt.

Kabotage-Verstöße

Im Jahr 2020 führte das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) umfangreiche Sonderkontrollen zu Holzbeförderungen durch. Hintergrund für diese Kontrollen ist der Umstand, dass im Süden Deutschlands vermehrt österreichische Transporteure, im Norden ukrainische und in Mittel- und Ostdeutschland vermehrt polnische Holztransporteure am Markt auftreten. Im Rahmen der Kontrollen konnten immer wieder Kabotage-Verstöße aufgedeckt werden, teilweise wurden Verstöße mit einer Quote von 41 % beanstandet.

Der Grund liegt auf der Hand. Aufgrund erheblich preisgünstigerer Frachtraten, soll eine bessere Vermarktung des Schadholzes erfolgen. Wegen dieser für deutsche Verhältnisse nicht auskömmlichen Preise, sehen sich nationale Holztransporteure daher einer zunehmenden massiven Marktverdrängung durch vornehmlich gebietsfremde Transportunternehmen ausgesetzt.

Die massive Intervention der BdHG und des undesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) konnte eine angedachte Freigabe der Kabotage-Vorschriften durch das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) abgewendet werden.

Zum Hintergrund: Die gesetzliche Kabotage-Regelung berechtigt Unternehmen aus der Europäischen Union (EU), im Anschluss an eine grenzüberschreitende Beförderung nach Ablieferung der Güter in Deutschland innerhalb von sieben Tagen bis zu drei Kabotage-Beförderungen mit dem selben Fahrzeug durchzuführen. Hier sollten diesbezügliche Kontrollen schlichtweg ausgesetzt werden Eine solche Vorgehensweise hätte die Wettbewerbsbedingungen weiter verzerrt. Ungeachtet dessen darf nicht unbeachtet bleiben, dass bei einem Verstoß gegen Kabotage-Vorschriften nicht nur der Transportunternehmer, sondern auch der Auftraggeber mit einem Bußgeld belangt werden kann.

Holztransport im Container

Abschließend ist zu erwähnen, dass die „Verladeempfehlung für Straßentransporte von Nadelholz im Container‘ kurz vor Ihrer Veröffentlichung steht. Auch wenn insoweit die BdHG nur indirekt betroffen ist, ist doch festzustellen, dass hier insbesondere einzelne Frächter Beladearbeiten durchführten. Um hier entsprechende Sicherheit bei der Verladung des Holzes zu schaffen, war eine Mitarbeit unumgänglich.

RA Marco Burkhardt,