Waldbau

BDF zum Weltbodentag: Entwässerung von Waldböden stoppen!

Anlässlich des internationalen Weltbodentags am 5. Dezember wies der Bund Deutscher Forstleute (BDF) auf die zunehmende Bedeutung intakter Waldböden hin, die gerade nach drei Dürrejahren auch als Wasserspeicher dringender benötigt werden denn je.

„Ein intakter Waldboden, der möglichst viel Feuchtigkeit aufnehmen und speichern kann, ist die wesentliche Voraussetzung für das Wachstum und die Gesundheit unserer Wälder“, so BDF-Bundesvorsitzender Ulrich Dohle. „Dabei können auch wir Forstleute ebenso wie die Waldbesitzenden gerade bei der Beseitigung der aktuellen Waldschäden noch sensibler im Umgang mit dieser Ressource werden.“ Beim Abtransport des Holzes aus den Waldbeständen ist möglichst bodenschonenden Verfahren der Vorzug zu geben.

Entwässerung der Landschaft ein gravierendes Problem

Wenn dem Waldboden das Wasser abgegraben wird...
Foto: BDF

Für viele Waldböden in Deutschland ist nach Meinung des BDF die zu starke Entwässerung der Landschaft ein gravierendes Problem. „Die letzten Dürrejahre geben einen Vorgeschmack auf den Klimawandel. Die Niederschläge dürfen nicht mehr einfach abgeführt werden, schon gar nicht in der Nähe von Wäldern“, plädierte Dohle für ein waldfreundlicheres Wassermanagement. Absolut unverständlich sei es heute, dass der Waldbesitz für die Entwässerung seiner Wälder auch noch über Zwangsabgaben zahlen müsse. Hier sei der Gesetzgeber gefordert, diese waldschädliche Regelung unverzüglich abzuschaffen.

Zu wenig Wissen über Bodenbiom

Weiter wies der BDF darauf hin, dass die Forschung über die Bodenlebewesen noch in den Kinderschuhen stecke. „Wir wissen noch viel zu wenig über das Zusammenspiel von Regenwurm, Assel, Springschwanz, Pilzen und Co.“, so Dohle. Dabei sei der „unterirdische Wald“ – nämlich das Wurzelsystem der Bäume – untrennbar mit dem Wirken der Bodenlebewesen verbunden. Manche sprechen in diesem Zusammenhang sogar anschaulich von einem „Wood Wide Web“. Mehr Forschung würde helfen, die Ökologie der Bäume besser zu verstehen, besonders mit Blick auf die künftigen klimatischen Herausforderungen und die Bedeutung von Waldböden als Kohlenstoffspeicher.

Quelle: BDF