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BDF: Wald ist kein Tauschobjekt!

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) begrüßt die Entscheidung des Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, den Tausch von wertvollen Waldflächen aus öffentlichem Eigentum gegen Kunstgegenstände aus fürstlichem Haus von der Tagesordnung zu nehmen. Der BDF fordert, im Internationalen Jahr der Wälder, dafür einzutreten, dass öffentlicher Wald sowohl in seinem Umfang als auch in der örtlichen Verteilung erhalten bleiben soll. Künftigen Generationen soll der Wald in der Funktionenvielfalt des öffentlichen Eigentums vor der Haustür erfahrbar bleiben.

In der vergangenen Woche schlugen die Wogen hoch in Mecklenburg-Vorpommern. Lange hinter verschlossenen Türen gehalten, kam endlich ans Licht, dass wertvoller staatlicher Wald gegen Kunstgegenstände aus dem Fürstenhaus Donata getauscht werden sollte. Vor dem Hintergrund der gerade allerorten gemachten Bekenntnisse zum öffentlichen Wald und dessen guter Bewirtschaftung im Sinne aller Menschen durch die Landesforstverwaltungen und -betriebe, ist dies ein besonderes Possenstück. „Wald ist einmalig und unsere Lebengrundlage, heute und in Zukunft. Bilder können schön und auch wertvoll sein. Einen Tauschwert für das unersetzliche ‚Tafelgrün’ besitzen sie aber nicht“, bringt es der Landesvorsitzende des BDF Mecklenburg-Vorpommern, Peter Rabe, auf den Punkt. „Wald dient der Daseinsfürsorge. Sowohl für die jetzige als auch für alle zukünftigen Generationen. Der Ausverkauf öffentlichen Waldes und damit die Gefährdung der wichtigen Allgemeinwohlfunktionen ist nicht hinnehmbar“, ergänzt Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF.

Wald in Staatseigentum soll der Gesellschaft immer unter der Kontrolle der Parlamente zur Verfügung stehen. Eingriffe in diesen Bürgerbesitz müssen unterbleiben. Weder für Kunst noch andere Interessen ist der Wald ein Tauschobjekt. Das wertvolle Ökosystem Wald erbringt für die Menschen lebensnotwendige Leistungen. Der öffentliche Wald ist dabei in besonderem Maße den so genannten Allgemeinwohlfunktionen – wie Naturschutz, Biodiversität, Erholung und Bildung – verpflichtet, die monetär schwer zu fassen sind. Ein privater Waldbesitzer kann diesen Vorrang der Gemeinwohlleistungen ohne finanzielle Entschädigung nicht erbringen.

Das Internationale Jahr der Wälder 2011 steht in Deutschland unter dem Motto „Entdecken Sie unser Waldkulturerbe!“. Damit es auch in Zukunft etwas zu vererben gibt, ist die Erhaltung öffentlichen Waldes sowohl im Flächenumfang als auch in der regionalen Verteilung mindestens zu erhalten.
 

Bund Deutscher Forstleute (BDF)

 
BDF

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