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Ulrich Dohle (Bildmitte), Bundesvorsitzender des Bunds Deutscher Forstleute (BDF), auf der Pressekonferenz anlässlich der Versammlung der BDF Bundesleitung und des Bundesvorstands in Erfurt am 19. Oktober. (Links im Bild Dirk Schäfer, Vorsitzender BDF Landesverband Niedersachsen, rechts Andreas Schiene. Landesvorsitzender BDF Thüringen.

BDF fordert die Schaffung von 10.000 mehr Stellen

Angesichts der gravierenden Schäden im Wald – Stürme, die Dürre, Waldbrände und der Borkenkäfer verursachten bisher fast 30 Mio. Fm Schadholz – fordert der Bund Deutscher Forstleute (BDF) die Schaffung von 10.000 mehr Stellen. Nur damit lassen sich die Schäden eindämmen, der Waldumbau in stabile Mischwälder spürbar verstärken und die Waldbesitzenden Deutschlands adäquat beraten und betreuen.

Das Jahr 2018 war das trockenste seit der Wetteraufzeichnung. Die Schäden im Wald waren noch nie so groß. Gleichzeitig arbeiten die Forstleute an der Belastungsgrenze. Es gibt kaum noch ausreichende Unternehmerkapazitäten, um die Schäden aufzuarbeiten und alle von Borkenkäfer befallenen Bäume aus dem Wald zu entfernen. Sehr viele Käfer überwintern und werden in 2019 die ohnehin schon geschwächten Bäume zum Absterben bringen. Es droht eine neue Massenvermehrung.

Im nächsten Jahr werden auch Laubbäume wie die Buche deutliche Schadanzeichen zeigen, weil in diesem Jahr keine Widerstandskräfte aufgebaut werden konnten. Die Holzpreise sind im freien Sinkflug. Der normale Holzeinschlag und die Waldpflege sind eingestellt, um den Markt nicht zu überschwemmen und die Arbeitskapazitäten auf die geschädigten Bestände zu lenken. Hinzu kommen Kosten für die Lagerung von Holz, erhöhte Kosten für die aufwendigere Ernte und die Wegepflege.

Die aktuelle Schadensbilanz

  • 30 Mio Fm Schadholz
  • 300 Mio vertrocknete Jungpflanzen
  • 300.000 ha Schadflächen durch Borkenkäfer
  • 300.000 ha Schadfläche durch die Dürre
  • Über 600 Waldbrände (2.500 ha Fläche)
  • 2 Mrd. € Gesamtschaden im Wald allein in 2018

„In den letzten Jahrzehnten wurde das Forstpersonal um die Hälfte reduziert. Das rächt sich jetzt kolossal. Die Herausforderungen für den Wald und seine Erhaltung ist nur mit deutlich mehr Forstleuten – egal in welcher Organisationsform – zu schaffen. Die Waldbesitzenden, aber auch die öffentlichen Verwaltungen benötigen deutlich mehr Geld für ihre Aufgaben“, so Ulrich Dohle,
Bundesvorsitzender des BDF auf einer Pressekonferenz anlässlich der Versammlung BDF Bundesleitung und Bundesvorstand in Erfurt am 19. Oktober. Es geht um nichts weniger als die Aufrechterhaltung der Funktion der Daseinsvorsorge des Waldes für die Gesellschaft. Die Pflege und Erhaltung des Waldes auf einem hohen qualitativen Niveau für die Gemeinwohlfunktionen ist existenziell – für den Wald als Wasserspeicher, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, den Artenschutz, als Sauerstoffproduzent, CO2-Speicher und Ort der sportlichen Betätigung sowie der Erholung und für die seelische Gesundheit.

„Das dicke Ende ist noch gar nicht absehbar. Die wirklichen Folgen des Dürrejahrs 2018 zeigen sich erst 2019 oder noch später. Klar ist schon jetzt, dass sich die Borkenkäferkatastrophe im nächsten Jahr fortsetzt und noch weiter zuspitzt“, macht Dohle deutlich. Die Wissenschaftler sind sich einig, dass der Klimawandel noch deutlich schlimmer wird, als bisher befürchtet. Trockenjahre und weitere Stürme werden also eher Normalität. Ein stärkeres Engagement für klimastabilere Wälder durch Waldumbau, eine effektivere Waldbrandbekämpfung und eine bessere Beratung von WaldeigentümerInnen ist nur mit mehr und gutem Personal und Förderung möglich. Das kostet Geld. Der Bund muss das Forstschädenausgleichsgesetz aktivieren, Waldbesitzende stärker fördern und die Länder müssen für Ihren Wald auch deutlich mehr Geld in die Hand nehmen. „Wir erwarten von der Politik deutliche Zeichen und starke Hilfen für den Wald, also für die Waldeigentümer und uns Forstleute“, so Dohle abschließend.

BDF

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