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Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft

Brandenburg: Kooperation für eine naturnahe Waldwirtschaft

Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg stellt jeden Monat ein Förderprojekt in den Mittelpunkt, welches aus dem Agrarfonds ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes) unterstützt wird. Das Projekt des Monats November zeigt, wie in der Prignitz durch den Zusammenschluss von Kleinwaldbesitzern in einer Forstbetriebsgemeinschaft Synergieeffekte entstehen und Förderangebote besser genutzt werden können.

Das Projekt des Monats November steht exemplarisch für die intensive Arbeit der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) im Land. Es zeigt, welche Chancen auch Kleinstwaldbesitzer haben, wenn sie von den forstlichen Förderprogrammen des Landes partizipieren wollen. So kann der Holzverkauf besser organisiert werden, aber auch Förderanträge werden gemeinsam gestellt. Das macht vor allem dann Sinn, wenn private Waldbesitzer nur über so wenig Fläche verfügen, dass sie unter der so genannten Bagatellgrenze für Anträge liegen. Oft sprechen auch waldbauliche Gründe dafür, Projekte mehrerer Eigentümer gemeinsam zu beantragen.

In der Prignitz haben sich 100 Kleinwaldbesitzer in der Forstbetriebsgemeinschaft Karthane zusammengeschlossen. Die FBG-Fläche mit rund 1.900 ha liegt in der Region um Bad Wilsnack verteilt. Beispielsweise wurde ein Förderantrag auf Kulturpflege für 17 ha Wald gestellt, dessen Fläche sich auf 13 Mitglieder verteilt.

Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft

Im Dezember 2015 beantragte die FBG einen gemeinschaftlichen Waldumbau auf knapp 2 ha für eine Windbruchfläche auf den Grundstücken einiger Mitglieder. Da der Boden in diesem Gebiet mit einer leichten Senke etwas besser mit Grundwasser versorgt ist, haben Eichen, die hier als Mischwald gepflanzt wurden, gute Chancen- nicht zuletzt, weil das Qualmwasser aus Karthane, Stepenitz und Elbe zurückdrückt. Obwohl das Grundwasser hier bereits ab einer Tiefe von 2 m beginnt, brauchen Jungpflanzen etwa 20 Jahre, bis die Wurzeln Anschluss an das Grundwasser bekommen.

Mit Hilfe des Europäischen Landwirtschaftsfonds ELER konnte im Jahr 2016 eine Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft erfolgen. Die förderfähigen Gesamtkosten beliefen sich auf 14.434 €, wovon 12.802 € gefördert worden sind. Davon kamen aus ELER-Mitteln 9.601 €, 1.920 € aus Bundesmitteln und weitere 1.280 € aus Landesmitteln. Der Förderung lag die Richtlinie des Ministeriums über die Gewährung von Zuwendungen für die Förderung forstwirtschaftlicher Vorhaben vom 14. Oktober 2015 zugrunde.

MLUL Brandenburg

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