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Raupenharvester Atlas-Kern 95.1 bei der Stehendentnahme

Die Arbeit in der Stehendentnahme wird knapp

Alle Fachleute gehen davon aus, dass der Borkenkäfer die Forstwirtschaft auch dieses Jahr in Atem halten wird. Waldbesitzer und Forstunternehmer werden also vorläufig alle Hände voll zu tun haben. Und dann? Einen Vorgeschmack auf die Zeit danach erlebt in Bayern gerade die kleine Schar der Unternehmer, die sich mit der Stehendentnahme befassen.

Der Forstunternehmer arbeitet gerade im Forstbetrieb Rothenburg ob der Tauber, als wir ihn besuchen. Seine Maschine, einen Atlas-Kern 95.1 der neuesten Generation, besitzt er seit November. Heute stellt Wahlers Forsttechnik das Harvesteraggregat neu ein. Als das erledigt ist, fährt unser Unternehmer die Böschung hoch, um das Ergebnis zu testen. Er fällt einige starke Fichten, die er mit Hilfe des Baumhalters stehend aus dem Bestand hebt, dann die Gasse aufwärts fallen lässt und anschließend aufarbeitet. Das ist seine Spezialität, seitdem er sich 2012 dazu entschied, einen Raupenhavester zu kaufen.

Diese Maschinen setzen auch die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) gerne ein, um in vorausverjüngten Wäldern das Altholz ohne Schäden an der nachwachsenden Baumgeneration ernten zu können. Man kann sagen, die BaySF haben diese Maschinengattung lange propagiert, auch wenn eine solche Investition letztendlich die Entscheidung eines jeden Unternehmers bleibt. Nur fünf bayerische Betriebe bieten die Stehendentnahme als Dienstleistung an. Zusammen setzen sie acht Raupenharvester mit Baumhalter ein. Dazu kommen aktuell drei Regiemaschinen der BaySF, die ihren Bestand im Sommer um eine vierte Maschine aufstocken werden.

Kein Frischholz mehr

Bisher reichte die Arbeit für alle Maschinen. Doch das hat sich geändert, seitdem in Deutschland Stürme wie Niklas, Kolle oder Friederike rund 20 Mio. Fm Sturmholz hinterlassen haben und in der Folge Dürre und Borkenkäfer weitere 12 Mio. Fm Schadholz verursachten. Weil das im benachbarten Tschechien mit 30 Mio. Fm Borkenkäferholz oder in Norditalien mit 15 Mio. Fm Sturmholz nicht besser aussieht, flutet seit Monaten soviel Fichtenholz auf den Markt, dass die Preise verfallen.

Die Waldbesitzer haben den Frischholzeinschlag in der Fichte deshalb bundesweit deutlich gekürzt – auch in Bayern, wo Marktkenner damit rechnen, dass der Staatswald im Geschäftsjahr 2018/19 nicht wie üblich 5 Mio. Fm Holz einschlagen wird, sondern nur knapp über 4 Mio. Fm. Wie die Staatsforsten – ohne eine konkrete Zahl zu nennen – mitteilen, wird sich das auch 2020 nicht wesentlich ändern.

Das sind keine guten Aussichten für die Forstunternehmer. Ja, sie werden Arbeit haben, solange noch Sturmholz aufzuarbeiten ist und der Borkenkäfer aktiv bleibt. Dann aber wird der Kuchen für alle kleiner. Was das bedeutet, können schon jetzt die Unternehmen erahnen, die sich auf die Stehendentnahme spezialisiert haben.

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Den vollständigen Text lesen Sie in der Forst & Technik 4/2019.

Oliver Gabriel

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