Holzverkauf und Holzpreise

BaySF: Versorgungskrise beim Holz vorbei

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Die Lage auf dem Holzmarkt hat sich nach Ansicht der Bayerischen Staatsforsten entspannt. Die Versorgungskrise im Frühjahr und Sommer dieses Jahres mit zu wenig Holz vor allem für das weiterverarbeitende Gewerbe sei vorüber. Aufgrund einer Beruhigung des Absatzmarktes für Schnittholzprodukte gebe es wieder ausreichend Holz für Holzbauer, Schreiner, Zimmerer und für den Bausektor.

Die Holzversorgung sei stabil und dauerhaft gewährleistet. „Alle, die gerne mit Holz bauen oder Holz anderweitig verwerten wollen, können mit einer sicheren Holzversorgung rechnen“, so der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten Martin Neumeyer.

Baubranche meldet noch Engpässe

Etwas anders liest sich das bei den Verbänden für Baugewerbe und -industrie. Beide sprechen in ihren jüngsten Äußerungen von einer weiter angespannten Lage. Gegenüber der Wirtschaftswoche sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, er rechne noch mindestens bis Jahresende mit Engpässen. Dabei geht es allerdings nicht nur um Holz, sondern um eine ganze Reihe von Baustoffen. Auch das ifo Institut sieht nach einer Entspannung im Juli wieder eine Verschärfung des Materialmangels am Bau im August.

120 bis 140 € für frische Fichte

Bei den Holzpreisen rechnet BaySF-Chef Neumeyer mit einer stabilen bis moderat steigenden Preisentwicklung. Die Schnittholzpreise sind in den letzten eineinhalb Jahren stark angestiegen. Derzeit zeichnet sich eine Preisberuhigung ab. Die Rohware aus dem Wald – das Rundholz – sei demgegenüber nur verzögert und geringer im Preis gestiegen, so Neumeyer. „Deshalb rechne ich beim Rundholz mit stabilen bis moderat steigenden Preisen im nächsten halben Jahr bei einem Niveau von rund 120 Euro bis zu 140 Euro je Festmeter frischem Fichtenholz bei regionalen Unterschieden“, so Neumeyer weiter.

Hierzu trage auch bei, dass die Borkenkäferentwicklung im größten Forstbetrieb Deutschlands in diesem Jahr weniger dynamisch ist als ursprünglich erwartet. Laut Neumeyer gibt es in Bayern insgesamt deutlich weniger Borkenkäferholz als in den Vorjahren. „Die Bayerischen Staatsforsten rechnen gegenüber dem Jahr 2020 mit einem weiteren Rückgang beim Borkenkäferholz um rund ein Viertel auf ihren Flächen. Bereits 2020 gab es rund ein Drittel weniger Käferholz als im Trockenjahr 2019“, so Neumeyer weiter.

Wetter hat mitgespielt

Die überdurchschnittlich hohen Niederschläge im Frühjahr und Sommer in Bayern haben in vielen Regionen zu einem Auffüllen des Grundwasserspiegels und damit zu einer besseren Wasserversorgung der Baumwurzeln und stärkeren Vitalität der Bäume geführt. Zusätzlich haben die kühlen feuchten Perioden die Entwicklung des Borkenkäfers verzögert. Abgesehen von einzelnen Borkenkäferschwerpunktregionen wie dem Frankenwald mit überdurchschnittlicher Trockenheit in den vergangenen Jahren sei das Schadgeschehen durch den Borkenkäfer in diesem Jahr insgesamt überschaubar.

Mehr regionales Holz

Die Bayerischen Staatsforsten wollen nach Angaben des Staatsforstenchefs ihr Engagement für die regionale Holzversorgung kleiner und mittlerer Sägewerke in Bayern und des dazugehörigen nachgelagerten Gewerbes wie örtlichen Schreinereien und Holzbauunternehmen weiter stärken. „Wir wollen über unsere 41 Forstbetriebe in ganz Bayern und über unsere regionale Eigenvermarktungsschiene mehr Nadelholz als im abgelaufenen Geschäftsjahr anbieten“, so Staatsforstenchef Neumeyer.

Die Bayerischen Staatsforsten rechnen auch für 2022 mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach Holz. Laut Neumeyer wird der nachhaltig produzierte Rohstoff Holz in Bayern als Klimaprodukt zur Vermeidung und Reduzierung von CO2-Emmissionen vor allem im Baugewerbe künftig eine immer größere Rolle spielen.

Quellen: BaySF/WiWo/ifo