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Das neue Sicherheitsfunk-Gerät der BaySF

BaySF statten Forstwirte mit Sicherheitsfunk aus

Winterzeit ist Holzerntezeit. Diese zählt zu den gefährlichsten Arbeiten für die Forstwirte. Um Unfälle zu vermeiden und im Ernstfall schnellste Hilfe vor Ort zu haben, setzen die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) auf neueste Mobilfunktechnik, um die Sicherheit des eigenen Personals zu gewährleisten.

So wurden die 21 Burglengenfelder Forstwirte rechtzeitig zur Holzeinschlagssaison mit den neuen Mobilfunkgeräten ausgestattet. Die handygroßen Funkgeräte werden rücklings am Werkzeuggürtel getragen, eine mit Spiralkabel verbundene Sprecheinrichtung am Kragen der Arbeitsjacke fixiert.

Mehr Reichweite und Totmannschaltung

Die auf digitalem und analogem Netz laufenden Geräte erlauben im Wald eine Verbindung der Rottenkameraden im laufenden Hieb bis zu 1.000 Metern. Der Clou ist eine sogenannte „Totmannschaltung“, die einen Verunfallten sofort meldet. Bei einer dauernden Schräglage von unter 30 Grad Neigung des Verletzten alarmiert das System mittels eines unüberhörbar schrillen Tons nach 50 Sekunden sämtliche im Funkbereich arbeitenden Kollegen. Die Sprechfunktaste ist in diesem Fall geöffnet, sodass der Verletzte notfalls noch ohne Armeinsatz sprechen kann.

Sämtliche Waldfacharbeiter wurden am Ausbildungszentrum der Bayerischen Staatsforsten in Vilshofen durch den forstbetrieblichen Sicherheitsbeauftragten und Ausbildungsmeister Michael Fischer und Servicestellenleiter Harald Hölzl in die Handhabung der neuen Geräte eingeführt.

Forstbetriebsleiter Thomas Verron konnte sich tags darauf im laufenden Hieb in der Staatswaldabteilung Hoher Felsen im Hirschwald bereits vom Einsatz der neuen knapp 400 Euro teuren Funkausstattung überzeugen. Bei einem Großeinsatz mit mehreren Waldarbeitern im Arbeitsfeld ist ein Sicherheitsabstand zwischen diesen von mindestens zwei Baumlängen, also mindestens 60 Metern, einzuhalten. In einem unübersichtlichen Gelände wie diesem mit teilweise flächiger übermannshoher Vorausverjüngung können die Forstwirte untereinander ihre Position weitergeben und so diesen Sicherheitsabstand zusätzlich zur vorgeschriebenen Arbeitsfeldaufteilung gewährleisten. Zudem kann ein Rottenkamerad umstandslos ohne weitere Gehzeiten bei hängengebliebenen Bäumen oder sonstigen Problemen Unterstützung bei seinen Kollegen anfordern.

Im kombinierten Einsatz mit Maschinen ist eine abstimmende Kommunikation möglich. Ein interner digitaler Funkkreis verhindert Außenstörungen durch andere externe Funknutzer. Das Umschalten auf ein analoges Netz erweitert die Kommunikationsmöglichkeiten mit anderen Mobilfunknutzern. Die neue Technik bringt nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch durch ihre enorme Reichweite mehr Flexibilität bei der Arbeit. Für die Bayerischen Staatsforsten Grund genug, ihr Sicherheitssystem mit dieser Technik zu erweitern.

BaySF/Red.

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