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BaySF: Positives Betriebsergebnis trotz Katastrophenjahr

Der Klimawandel ist auch bei den Bayerischen Staatforsten (BaySF) angekommen. Allein in diesem Jahr werden die hiermit zusammenhängenden Kosten auf über 80 Mio. € geschätzt. Am 18. Oktober stellten Forstministerin Michaela Kaniber, Aufsichtsratsvorsitzende der BaySF und dessen Vorstand in München die durchwachsene Bilanz des Forstwirtschaftsjahrs 2019 vor.

Neben den Naturkatastrophen und dem desolaten Holzmarkt hat auch die anhaltenden Niedrigzinsphase das Finanzergebnis von Deutschlands größtem Forstbetrieb beeinträchtigt. Bemerkenswert ist laut Kaniber, dass das operative Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern mit 1,2 Mio. € noch leicht im Plus liegt.

Waldschäden und überlasteter Holzmarkt

Aufgrund des überlasteten Holzmarktes haben die Bayerischen Staatsforsten mit 4,34 Mio. Fm weniger Holz eingeschlagen und auch weniger Holz verkauft als in den vergangenen Jahren (2018: 4,79 Mio. Fm); 1,27 Mio. Fm davon war Schadholz. In den Verkauf gingen 3,89 Mio. Fm (Geschäftsjahr 2018: 4,26 Mio. Fm). Nicht vermarktete Mengen wurden aus Waldschutzgründen trotzdem aus dem Wald gebracht und zwischengelagert.

„Allein im Geschäftsjahr 2019 haben die Folgen des Klimawandels durch Schädlingsbekämpfung, höhere Ernte- und Logistikkosten, reduzierten Einschlag und Holzentwertung die Bayerischen Staatsforsten 80 Mio. € gekostet“, so Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, auf der Bilanzpressekonferenz in München.

Vor diesem Hintergrund konnten die Bayerischen Staatsforsten im Geschäftsjahr 2019 bei einem Gesamtumsatz von 329,8 Mio. € (2018: 371,9 Mio. €) ein immer noch positives Ergebnis mit einer Bilanzsumme von 558,8 Mio. € (2018: 549,4 Mio. €) und einem erwirtschafteten Gewinn von 1,2 Mio. € (2018: 53 Mio. €) erzielen. Im Gegensatz zu anderen Landesforstbetrieben wären die Bayerischen Staatsforsten auch ohne Unterstützung des Landes handlungsfähig, so Martin Neumeyer, Vorstandvorsitzender der BaySF.

Zukunftsprogramm und Naturschutz

Im Gegensatz zu anderen wird in Bayern nicht aufgegeben, an der Bewältigung der Schäden zu arbeiten. Noch in diesem Herbst wird mit dem 30-Mio.-Bäume-Programm begonnen. Dabei wird vermehrt auch auf klimaresistente Baumarten gesetzt. Ein Schwerpunkt wird z. B. die Intensivierung der Tannenoffensive sein. Zudem wird die letztjährige Eichenmast, die für hervorragende Saatgutverfügbarkeit gesorgt hat, intensiv genutzt. Weitere Baumarten, die künftig vermehrt gepflanzt werden, sind beispielsweise Elsbeere, Flatterulme und Kirsche. Mit Pilotpflanzungen und Praxisanbauversuchen von Atlas-, Libanonzeder oder Baumhasel werden Baumarten erprobt, die helfen könnten, die bayerischen Staatswälder fit für den Klimawandel zu machen. Diese Baumarten wachsen heute schon unter Klimabedingungen, wie sie in 50 oder 100 Jahren in Bayern zu erwarten sind.

Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender BaySF, stellt der Ministerin und Aufsichtsratsvorsitzenden Michaela Kaniber die „neuen“ Baumarten vor, mit denen aktuell Praxisanbauversuche gestartet werden. Foto: Rainer Soppa

Michaela Kaniber stellte auch die Bemühungen des Landes vor, im Rahmen des sogenannten Versöhnungsgesetzes zum Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ mehr Waldflächen unter Schutz zu stellen. Als ein erster wichtiger Schritt hierzu wurde beschlossen, Staatswälder in einer Größe von 1.000 ha entlang der Donau bei Neuburg unter Schutz zu stellen und aus der Bewirtschaftung zu nehmen. Mit anliegenden Waldbesitzern sind Verhandlungen im Gange, diese Fläche zu verdoppeln.

Rainer Soppa

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