ABO
Kronenzustandserhebung in Bayern 2010

Kronenzustandserhebung in Bayern 2010

Der Kronenzustand der Waldbäume in Bayern hat sich im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr insgesamt leicht verbessert. Laut Kronenzustandserhebung sank der durchschnittliche Nadel- und Blattverlust im Mittel aller Baumarten um 0,7 Prozentpunkte auf nun 20,1 Prozent. Zu dieser Verbesserung hat maßgeblich die kühlfeuchte Witterung beigetragen, die dieses Jahr für eine günstige Wasserversorgung der Bäume gesorgt hat.
Wie Forstminister Helmut Brunner 5. Dezember 2010 in München mitteilte, sei der Anteil deutlich geschädigter Bäume, die mehr als ein Viertel ihrer Blätter oder Nadeln verloren haben, um 1,6 Prozentpunkte auf 27,4 Prozent gesunken. Der Kronenzustand der Nadelbäume hat sich mit einem durchschnittlichen Nadelverlust von 18,9 Prozent gegenüber 2009 (19,2 Prozent) kaum verändert. Bei den Laubbäumen sind in den letzten Jahrzehnten immer wieder ausgeprägte Phasen stärkerer Kronenverlichtung und Erholung zu beobachten. 2010 nahm der durchschnittliche Blattverlust aller begutachteten Laubbäume um 1,3 Prozentpunkte auf 22,4 Prozent ab.
Vor allem die Buchen, deren starke Fruchtbildung im vergangenen Jahr für eine geringe Belaubung gesorgt hatte, sind gesünder: Der durchschnittliche Blattverlust ging in 2010 um 2,4 Prozentpunkte auf 24,6 Prozent zurück, der Anteil deutlicher Schäden um elf auf 40,1 Prozent. Anlass zur Sorge gibt laut Brunner dagegen die Eiche, deren Kronenzustand sich stark verschlechtert hat: Der durchschnittliche Blattverlust ist um 4,6 Prozentpunkte auf 34 Prozent, der Anteil deutlicher Schäden um 12,6 auf fast 71 Prozent gestiegen. Gründe dafür sieht der Minister vor allem in dem heuer massiven und vielfach gleichzeitigen Befall durch Insekten und Pilze wie Eichenwickler, Eichenprozessionsspinner und Mehltau. Brunner hat die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) beauftragt, die Gründe für die Anfälligkeit der Eichen zu klären.
Die Ergebnisse basieren auf einer Untersuchung der Baumkronen durch speziell geschulte Försterinnen und Förster: Auf Basis eines Rasters von 16 x 16 Kilometern und eines von 8 x 8 Kilometern (bei Eiche und Tanne) wa-ren dazu im Sommer an bayernweit 154 Inventurpunkten insgesamt rund 2 600 Bäume erfasst worden.
Die kompletten Ergebnisse der Erhebung 2010 finden sich im Internet unter www.forst.bayern.de.

 
StMELF

Auch interessant

von