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Die Ehrengäste (v.l.): Georg Huber (Vors. FV Niederbayern)

Bayern: Waldschilder von proHolz Bayern laden zum Waldbesuch ein

Mit der Aktion Waldschild will proHolz Bayern den Waldbesuchern die Notwendigkeit von gezielten waldbaulichen Maßnahmen ins Bewusstsein rufen.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverwendung sind aktive Zukunftsvorsorge und die Grundlage artenreicher und stabiler Wälder, die unserer Landschaften prägen und von vielen Bürgern geschätzt werden.
2,56 Mio. ha Ausdehnung, 36,0 % der Landesfläche, 1 Mrd. Fm Holzvorrat, 2,5 Mio. Erholungssuchende jährlich – Bayerns Wald weist Spitzenwerte auf. Dazu kommen Dienstleistungen wie sauberes Trinkwasser, reine Luft oder Schutz vor Steinschlag und Lawinen, die sich nur schwer in Zahlen messen lassen. Dies alles wäre ohne Förster, Forstwirte und Privatwaldbesitzer nicht möglich.
Nicht weg zu diskutierender Trend
Was viele Waldbesucher nicht wissen: über die Hälfte des Waldes in Bayern ist Privatbesitz. 700.000 Waldeigentümer gibt es im Freistaat. Durch das freie Betretungsrecht ist es jedem Besucher erlaubt, auch im Privatwald zu spazieren, joggen, auf Forstwegen zu reiten und zu radeln oder einfach die Natur zu genießen. Und das ist auch gut so. Allerdings sollen diese herausragenden Leistungen der Waldbesitzer für das Gemeinwohl bekannter gemacht werden. Denn unsere Familienforstwirtschaft ist es, die es durch ihre vorbildliche Bewirtschaftung ermöglicht, den Wald in seiner Vielfalt zu erleben. So wird beispielsweise ein Waldweg, der für eine nachhaltige naturnahe Waldbewirtschaftung unverzichtbar ist, gerne auch von Waldbesuchern genutzt.
Doch nicht immer stößt eine nachhaltige Waldbewirtschaftung auf das Verständnis der Waldbesucher. Denn der zunehmende Verlust des Bezugs zur Natur und des Naturverständnisses ist ein nicht weg zu diskutierender Trend in einer zunehmend urbanen Gesellschaft. Aufgabe der 700.000 Waldbesitzer in Bayern muss es daher sein, ein Grundvertrauen in die Bewirtschaftung wiederherzustellen und Verständnis für die Bewirtschaftung zu schaffen.
Zu diesem Zweck hat proHolz Bayern zusammen mit der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Niederbayern e.V. und C.A.R.M.E.N. e.V. drei Waldschilder für die Öffentlichkeitsarbeit der forstlichen Zusammenschlüsse in Bayern entworfen. Diese laden die Bevölkerung dazu ein, bei einem Waldbesuch nachhaltige Forstwirtschaft zu sehen, zu erkennen, zu erleben und zu verstehen. bayernweit erste Waldschild „Wir pflegen – Sie erleben.“
Startschuss für die Aktion Waldschild
Das bayernweit erste Waldschild „Wir pflegen – Sie erleben.“ weihten am 8. März 2016 der Landrat von Kelheim Dr. Hubert Faltermeier, Kelheims Bürgermeister Horst Hartmann, gemeinsam mit dem WBV Vorsitzenden Rupert Gruber und Johann Koch, Vorsitzender von proHolz Bayern in Kelheim ein.
Im Regierungsbezirk Niederbayern wurde gezielt der Startschuss für die Aktion gegeben, da hier der Privatwald mit knapp 74 % den bayernweit höchsten Anteil an der Gesamtwaldfläche hat.
Ziel ist es, die Waldschilder flächendeckend über ganz Bayern zu verteilen. „Die Schilder sollen den Waldbesuchern vor Augen führen, dass eine nachhaltige Waldbewirtschaftung mit Verstand und Tatkraft, so wie sie in Bayern seit Generationen hinweg betrieben wird, uns heute diese tollen Waldbilder und vielen Waldfunktionen erleben und nutzen lassen. Nachhaltige Forstwirtschaft und die Erträge daraus sind die Grundlage dafür“, erklärte Johann Koch, Vorsitzender von proHolz Bayern. „Unsere Wälder und das Holz, das darin ständig nachwächst, werden in Zeiten schwindender fossiler Ressourcen an Bedeutung und Nutzen ständig wachsen.
Waldbewirtschaftung und Holzverwendung sind Zukunftsvorsorge!
Wir alle möchten auch in Zukunft den Wald als Ort der Ruhe und Erholung nutzen und unseren Alltag mit Holz gestalten: in gesunden Holzhäusern wohnen, mit Holz heizen und unser Leben mit der Vielfalt an ökologisch vorbildlichen Holzprodukten bereichern. Damit auch künftige Generationen diese Leistungen erleben und nutzen können, brauchen wir gesunde Wälder. Und deren nachhaltige Bewirtschaftung. Für den Klimaschutz. Für die Energiewende. Für unsere Zukunft“, so der Vorsitzende von proHolz Bayern.
Die proHolz Bayern Waldschilder in der Übersicht
Das große Schild „Wir pflegen. Sie erleben.“ begrüßt die Waldbesucher und gibt ihnen erste Informationen mit auf den Weg. Es beleuchtet kurz und verständlich jeweils einen besonderen Aspekt der Waldbewirtschaftung. Platziert an stärker frequentierten Waldorten und Forstwegen ermuntert es den Waldbesucher mit offenen Augen durch den Wald zu gehen und so Waldbewirtschaftung zu entdecken, zu erleben und zu verstehen.
Waldbewirtschaftung bedeutet: säen, pflanzen, pflegen und ernten. Dafür steht das mobile Waldschild „Wir pflegen. Sie genießen.“ Es weist darauf hin, dass zum Beispiel nach Holzerntemaßnahmen auch einmal ein Weg beschädigt sein kann, oder macht auf Stellen mit gepflanzten Jungbäumen aufmerksam, an denen neuer Wald entsteht. Es wirbt um das Verständnis der Waldbesucher für die Pflegemaßnahmen, die für den Erhalt unserer Wälder wichtig sind: Reifes Holz wird für den Holzbau und für Holzprodukte entnommen.
Wälder werden durchforstet, um jungen Bäumen gesundes Wachstum zu ermöglichen. Bäume werden für die kommenden Generationen gepflanzt. Denn wir brauchen klimastabile Wälder. Am häufigsten wird Waldbewirtschaftung durch Holzpolter sichtbar, die an Waldwegen gelagert werden. Diese geernteten und gestapelten Baumstämme werden von Forstzuammenschlüssen dort zum Abtransport gelagert. Das Holzpolterschild „Wir pflegen – Sie profitieren.“ verweist auf die vielfältigen, nützlichen Verwendungsmöglichkeiten von regionalem Holz. Von diesem Holzstapel aus macht sich das Holz auf seinen Weg zur Weiterverarbeitung. Holz steckt in Häusern und Möbeln, in Papier und Verpackungen, in Spielwaren und Werkzeugen, in Sportgeräten und Musikinstrumenten und in vielem mehr – Holz ist ein multifunktionaler Bau-, Werk- und Energierohstoff.
proHolz Bayern
Die Ehrengäste (v.l.): Georg Huber (Vors. FV Niederbayern) Thomas Obster (Kreisobmann Kelheim Bayerischer Bauernverband)

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