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Die diesjährige Waldzustandserhebung bestätigt, welch großen Druck der Klimawandel mittlerweile auf die Vitalität der Wälder ausübt.

Bayern forciert Förderung für den Zukunftswald

Die Wälder im Freistaat Bayern müssen noch stärker umgebaut werden. Denn sie leiden zunehmend unter den Auswirkungen des Klimawandels. Das hat Forstministerin Michaela Kaniber am 13. November bei ihrem Bericht zur Situation der Wälder im Bayerischen Landtag deutlich gemacht.

„Die vergangenen Trockenjahre schlagen vielfach erst jetzt voll durch und verschärfen die Lage vielerorts drastisch“, sagte Ministerin Kaniber. Vor allem der Borkenkäfer und die Trockenheit, aber auch Sturm und Schneebruch schädigen zunehmend die Gesundheit der Wälder.

Förderanreize werden 2020 nochmals verstärkt

Laut Kaniber rechnen Experten heuer mit rund 10 Mio. Fm Schadholz. Angesichts dieser großen Herausforderung forciere der Freistaat seine Anstrengungen zum Waldumbau. „Um schneller voranzukommen, haben wir allein im Vergleich zum Vorjahr die Mittel für die Förderung klimastabiler Wälder um 30 % auf 38 Mio. € gesteigert“, sagte die Ministerin. Im kommenden Jahr sollen die Förderanreize noch einmal verstärkt werden. Das Ziel ist 200.000 ha Nadelwälder so rasch wie möglich in Mischwälder umzubauen.

Vor allem im Osten und Nordosten Bayerns hat der Fichtenborkenkäfer schwere Schäden verursacht. In ganz Bayern beträgt die aktuelle Käferholzmenge rund 4,5 Mio. Fm. Auch Kiefern und Buchen hat die Trockenheit stark geschädigt, besonders in Mittel- und Unterfranken. Von den Hauptbaumarten in Bayern geht es der Tanne noch am besten – sie bleibt eine wichtige Stütze für den stabilen Klimawald.

Waldzustandserhebung 2019

Die diesjährige Waldzustandserhebung bestätigt, welch großen Druck der Klimawandel mittlerweile auf die Vitalität der Wälder ausübt. Gegenüber 2018 stieg der mittlere Nadel- bzw. Blattverlust aller Baumarten um rund 4 Prozentpunkte auf knapp 25 %, den höchsten Wert seit über 20 Jahren. Im von Hitze und Trockenheit besonders betroffenen Nordbayern sind die Schäden noch größer. Hier liegen die Verluste bis zu 10 Prozentpunkte über dem kühleren und niederschlagsreicheren Südbayern.

Weitere detaillierte Informationen zum Zustand der bayerischen Wälder und zur aktuellen Erhebung gibt es im Internet unter www.forst.bayern.de/Waldzustand2019.

StMELF

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