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Bayern: Holzmarkt im IV. Quartal 2011

Die zunehmende Diskrepanz zwischen rückläufigen Schnittholzpreisen und steigenden Rundholzpreisen führte bei einer Vielzahl der Nadelholz verarbeitenden Betriebe zu verstärkten Liquiditätsengpässen. Eine sinkende Exporttätigkeit der deutschen Wirtschaft machte sich auch bei den Abnehmern von Paletten- und Verpackungssortimenten bemerkbar, was sich in verhältnismäßig großen Lagerbeständen wiederspiegelte.

Die Nadelholz verarbeitende Industrie hat bereits verlängerte Betriebsstillstände angekündigt. Im Gegensatz dazu hat sich die Geschäftslage der Laubholz verarbeitenden Industrie im IV. Quartal 2011 außerordentlich positiv entwickelt. Sowohl der Inlands- als auch der Auslandsabsatz haben sich verbessert, was sich in leicht steigenden Auftragseingängen und anziehenden Laubschnittholzpreisen abzeichnete.

Die Nachfrage nach Fichtenstammholz lag während des gesamten Quartals auf hohem Niveau. Trockene Witterungsverhältnisse ermöglichten im Staats- und Kommunalwald eine hohe Einschlagstätigkeit. Im Kleinprivatwald war eine zurückhaltende Holzernte festzustellen. Dies führte einerseits zu einem begrenzten Rundholzangebot, andererseits aber zu einer stabilen Preislage für Nadelrundholz.

Bei Vertragsabschlüssen mit Lieferverpflichtungen bis Mitte/Ende I. Quartal 2012 waren weitere leichte Preissteigerungen auf 98 bis 102 €/Fm frei Wald für das Leitsortiment SL BC 2b möglich. Auch längerfristige Kontrakte, mit Laufzeiten bis zu 1 Jahr, erreichten im Leitsortiment zwischen 98 und 102 €/Fm. Für Käferholz wurde in der Regel ein Abschlag von 10 € auf den Frischholzpreis berechnet. Stärkeklassenabstufungen konnten teilweise auf Werte unter 10 €/Fm reduziert werden. Hölzer für die Palettenindustrie erzielten Preise zwischen 60 und 70 €/Fm.

Die Nachfrage nach Kiefernstammholz hat ebenfalls angezogen, wodurch sich die Erlöse nochmals verbessern konnten. Für Standardlängen wurden im Bereich des Leitsortiments SL BC 2b Preise von 75 bis 82 €/Fm frei Wald erzielt. Bauholz der Güte B Stärke 2b wurde für 82 bis 86 €/Fm verkauft. D-Holzqualitäten für die Palettenindustrie erzielten durchschnittlich 65 €/Fm. Der vergleichsweise hohe Holzpreis und die jahreszeitbedingt geringe Gefahr der Verfärbung führten in allen Waldbesitzarten zu einem gesteigerten Holzeinschlag in der Kiefer.

Die Vermarktung von Laubstammholz muss differenziert beurteilt werden. Während für Eichen- und Eschenstammholz eine kontinuierlich gute Nachfrage herrschte, könnte mehr Buchenstammholz angeboten werden. Sowohl Buche als auch Eiche erreichten im Leitsortiment L B 4 mit einem Preis um 95 €/Fm frei Wald bzw. mit einem Preis zwischen 290 und 295 €/Fm Preisstabilität. Buchenstammholz geringerer Qualität steht in starker Konkurrenz mit den hohen Brennholzpreisen, was eine preisliche Verbesserung der C-Holzqualitäten im schwachen und mittleren Sortimentsbereich mit sich brachte.

Im Bereich Industrieholz wurde Nadelholz für die Holzwerkstoffindustrie im IV. Quartal zu Preisen um 80 €/t atro frei Wald vermarktet. Gegen Quartalsende standen Gespräche für Anschlusskontrakte an, in denen die Preisvorstellungen der Holzwerkstoffindustrie und der Waldbesitzer deutlich auseinander liefen. Für Buchenindustrieholz bestanden Lieferverpflichtungen mit der Holzwerkstoffindustrie zum Preis von 50 bis 52 €/Fm frei Wald. Anschlusskontrakte wurden während des IV. Quartals verhandelt aber noch nicht zum Abschluss gebracht. Die Holzwerkstoffindustrie deutete auf volle Rundholzlager hin und forderte Preiskorrekturen.

Nach der Übernahme von Myllykoski durch UPM ist in Bayern nur noch ein Abnehmer aus der Papierindustrie vorhanden. Vom Markt genommene Kapazitäten und ein größerer Rundholzlagerbestand bei der Papierindustrie führten zu schwierigen Preisverhandlungen für Lieferungen im Jahr 2012. Aufgrund unterschiedlicher Preisvorstellungen scheiterten die ersten Gespräche. Gegen Quartalsende konnten sich aber einige Forstwirtschaftliche Vereinigungen auf eine Belieferung mit der Papierindustrie verständigen.

Bayerische Forstverwaltung

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