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Bayern: Holzmarktbericht für das II. Quartal 2012

Bayern: Holzmarktbericht für das II. Quartal 2012

Die Geschäftslage der Nadelholz verarbeitenden Sägeindustrie in Bayern war im II. Quartal differenziert zu beurteilen. Auf Nischenmärkte spezialisierte kleine und mittelständische Nadelholzsäger sind mit ihrer Auftragslage in der Regel zufrieden gewesen. Exportorientierte Großsägebetriebe sahen sich zum überwiegenden Teil schlechten Absatzmöglichkeiten gegenüber. Zusätzlich beeinflussten rückläufige Preise für Sägerestholz die Bilanzen. Die Preise für Nadelschnittholz haben sich im II. Quartal wieder leicht verbessert und die Talsohle durchschritten. Der Binnenmarkt bildet weiterhin die tragende Säule des Nadelschnittholzabsatzes. Eine Nachfragebelebung blieb allerdings aus. Lieferungen von skandinavischen und osteuropäischen Herstellern nach Deutschland sorgen dafür, dass die Situation angespannt bleibt. Aufgelaufene Schnittholzlagerbestände und verhältnismäßig hohe Rohstoffkosten führten ab Quartalsmitte zu Produktionsrücknahmen bei einzelnen größeren Nadelholzsägern. Die Versorgungslage mit Nadelrundholz war ausreichend.
Die Situation bei der Laubholz verarbeitenden Industrie stellte sich dagegen freundlicher dar. Für Buchenschnittholz konnten die Preise aufgrund einer leichten Nachfragebelebung geringfügig angehoben werden.
Forstwirtschaft
Ideale Witterungsbedingungen im I. Quartal führten in Bayern zu einer hohen Einschlagstätigkeit in allen Waldbesitzarten. Infolgedessen zog die eingeschränkte Produktion der Nadelholzsäger im II. Quartal Lagerbestände im Wald und in den Sägewerken nach sich. Im Verlauf des Quartals war eine merklich nachlassende Holzernte im Kleinprivatwald zu spürbar, was eine Reduktion der Waldlager ermöglichte.
Nadelstammholz
In Preisverhandlungen für Lieferung von Fichtenstammholz wurde im südbayerischen Raum eine leichte Preisreduktion von 1 bis 2 €/Festmeter bereits im I. Quartal vereinbart. Im II. Quartal stabilisierten sich die Preise für die Leitsortimente in den überwiegenden Landesteilen. Das Leitsortiment Fichte Langholz B 2b erzielte zwischen 97 und 102 €/Festmeter frei Wald. Für Standardlängen konnte zwischen 95 und 99 €/Festmeter erlöst werden. Preisabschläge waren weniger im Leitsortiment als vielmehr durch stärkere Stärkeklassenabstufungen erkennbar. Hier wurden teilweise 8 bis 10 €/Festmeter festgeschrieben. Teilweise haben sich auch die Preise für C-Holz-Qualitäten wieder reduziert.
In Nordbayern ließen die Preise ebenfalls leicht nach. Für das Leitsortiment wurden zwischen 93 und 99 €/Festmeter frei Wald erzielt. Sortimente für die Verpackungsindustrie erlösten zwischen 60 und 65 €/Festmeter frei Wald. Der Großteil der Kontrakte wurde bis zum Quartalsende vereinbart. Vertraglich ungebundene Mengen konnten in der Regel nur zu reduzierten Preisen verkauft werden.
Die Witterungsbedingungen im Frühjahr verhinderten einen nennenswerten Anfall an Käferholz. Erste Abschlüsse für die Lieferung von Käferholz wurden zu Preisen von 79 bis 83 €/Festmeter frei Wald im Leitsortiment 2b abgeschlossen.
Die Preisrücknahmen bei Fichte, wirkten sich auch auf die Vertragsabschlüsse für Kiefernrundholz aus. Für Lieferungen im II. Quartal wurde für das Leitsortiment bei Langholz B 2b zwischen 73 und 79 €/Festmeter frei Wald bezahlt. Abschnitte lagen in etwa auf demselben Niveau. Hölzer für die Palettenindustrie erlösten im Leitsortiment zwischen 60 und 65 €/Festmeter frei Wald.
Laubstammholz
Der Einschlag von Laubholz wurde im Laufe des II. Quartals weitestgehend abgeschlossen. Vereinzelt waren noch laufende Verträge zu beliefern.
Industrieholz
Industrieholz für die Papierholz verarbeitende Industrie ist im Wesentlichen von Durchforstungseingriffen und als Koppelprodukt vom Stammholzeinschlag abhängig. Demzufolge führten die Produktionsrücknahmen der Sägeindustrie und die nachlassende Einschlagstätigkeit im Verlauf des II. Quartals zu einem verringerten Papierholzangebot. Versorgungsengpässe traten bei der Papierholzindustrie aber bis zum Quartalsende nicht auf.
 

Der aktuelle Rohholzmarkt in Bayern

 
www.forst.bayern.de

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