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Bayern: Hohe Rundholznachfrage

Nach witterungsbedingten Engpässen bei der Rundholzversorgung der Sägewerke im zweiten Quartal 2011 hat sich der Rundholzeinschlag in den Staatswaldbetrieben wieder normalisiert. Die Holzernte im Privatwald verlief über die Sommermonate traditionell auf niedrigem Niveau. Dennoch sah sich die Sägeindustrie nach Einschätzung des bayerischen Waldbesitzes (Bayerische Staatsforsten, Bayerischer Waldbesitzerverband und Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) im vergangenen Quartal i. d. R. ausreichend versorgt. Die Rundholzlager sind demnach momentan bei den meisten Unternehmen gut gefüllt. Dies resultiert nicht zuletzt auch aus einer verringerten Produktion aufgrund verlängerter Betriebsstillstände im August.
Die Nachfrage nach Fichtenstammholz war im dritten Quartal ungebrochen hoch. In nordbayerischen Regionen war man bis zum Quartalsbeginn beschäftigt, die winterlichen Schneebruchhölzer aufzuarbeiten. In Südbayern verursachte ein lokaler Hagelsturm einen überschaubaren Schadholzanfall, der auf bestehende Rundholzlieferverträge bereitgestellt werden konnte. Das traditionell übliche Preisgefälle von Süd nach Nord hat sich weiter verringert.
Bei Fichtenstandardlängen konnten leichte Preissteigerungen für das Leitsortiment BC 2b durchgesetzt werden. Landesweit lagen die Preise zwischen 95 und 102 €/Fm frei Wald. Ausgesuchte Langholzsortimente in guter Bauholzqualität erlösten teilweise noch mehr. Die Stärkeklassenabstufung bewegte sich zwischen 5 und 8 €/Fm. Der Preis für C-Hölzer lag rund 10 €/Fm unter dem Preis von B-Ware. Holz für die Palettenindustrie erzielte 63 bis 68 €/Fm frei Wald.
Der Anfall an Käferholz hielt sich dieses Jahr sehr in Grenzen. Wesentliche Mengen sind hier auch im Herbst nicht mehr zu erwarten. Frisches Käferholz wurde überwiegend auf die Frischholzverträge ohne Abschlag mitgeliefert. Verblaute Ware war mit einem Abschlag von rund 10 €/Fm frei Wald belegt.
Saisonbedingt wurde über die Sommermonate nur wenig Kiefernstammholz eingeschlagen und verkauft. Die Preise für frische, nicht verfärbte Ware sind allerdings leicht gestiegen und lagen für das Leitsortiment SL BC 2b zwischen 72 und 80 €/Fm frei Wald. Palettenqualitäten erlösten zwischen 60 und 63 €/fm frei Wald. Die Abstufungen in den Stärkeklassen haben sich auf 5 bis 10 €/fm reduziert.
Gegen Ende des dritten Quartals kam es zu ersten Verhandlungen über Laubholzlieferungen. Das Interesse an Buchenstammholz ist zurzeit hoch. Die Waldbesitzer streben daher Preisanhebungen an. Teilweise wurden schon höhere Preise als zur vergangenen Einschlagsaison umgesetzt. Bei Esche zeichnet sich auch für die kommende Einschlagsaison wieder ein starkes Interesse ab. In ersten Verträgen konnten leichte Preissteigerungen im Vergleich zum Vorjahr umgesetzt werden. Auch bei Eichenstammholz herrscht weiterhin eine große Nachfrage. Aufgrund konzentrierter Pflegemaßnahmen in den vergangen Jahren wird allerdings von einem reduzierten Angebot ausgegangen. Auch hier deuten sich leichte Preissteigerungen an.
Die im August abgeschlossene Übernahme der Unternehmen Myllykoski Corp./Helsinki und Rhein Papier/Hürth durch UPM-Kymmene Corp./Helsinki, hat in Bayern eine Monopolstellung bei Papierholzabnehmern zur Folge. Laufende Verträge wurden dadurch noch nicht beeinflusst. Bis Jahresende gilt weiterhin ein Preis von 36 €/Rm frei Wald. Die Lieferung von Mehrmengen wurde teilweise mit Preisabschlägen versehen.
 
holzmarktinfo.de

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