Waldschutz

Bayern: Fichtenborkenkäfer schwärmen jetzt massiv!

Bearbeitet von Jörg Fischer

Das sonnige Wetter seit Anfang Juni nutzen Buchdrucker und Kupferstecher zum konzentrierten und massiven Schwärmen. Das berichtet die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) im Blickpunkt Waldschutz 4/2021.

Aus allen Teilen Bayerns melden zahlreiche Monitoringstandorte Fangzahlen von teils weit über 3.000 Käfern/Woche und Falle. Vergleichbare Fangzahlen sind seit 2015 in keiner Kalenderwoche bisher erreicht worden.

Verspäteter Schwärmflug erfolgt besonders konzentriert

In diesem Jahr hatten die Fichtenborkenkäfer – abgesehen von einer Woche Mitte Mai (KW 19) – bisher nur geringe Chancen zum Schwärmen. Deshalb nutzen die Borkenkäfer jetzt das sommerliche Wetter zu einem erneut zeitlich sehr konzentrierten und noch massiveren Schwärmflug. Dabei überlagern sich die Schwärmflüge der Borkenkäfer, die nun ihre erste Brut anlegen, und der Käfer, die bereits in der KW 19 die Eiablage vollziehen konnten und nun zur Anlage der Geschwisterbrut ausfliegen. In höheren Lagen über 600 m ü. NN. wird jetzt erst die Anlage der 1. Generation erfolgen.

Die Borkenkäfer schwärmen – und jetzt?

  1. Suchen Sie jetzt Bohrmehl! Die Chancen sind aktuell besonders günstig, Bohrmehl zu finden, da die konzentriert schwärmenden Käfer große Mengen und gut sichtbares Bohrmehl produzieren.
  2. Suchen Sie Bohrmehl hinter Rindenschuppen, auf Ästen, in Zwieseln und Astgabeln, im Moos am Stammfuß und auf Blättern der Bodenpflanzen.
  3. Konzentrieren Sie sich auf Randbäume letztjähriger Käferlöcher, südexponierte oder aufgerissene Waldränder und Windwürfe.
  4. Buchdrucker werfen in den ersten zwei Wochen der Brutanlage viel Bohrmehl aus. Einzelne gewittrige Schauer, wie sie derzeit stattfinden, können das Bohrmehl zwar abwaschen, es rieselt in diesen Tagen aber immer wieder nach.
  5. Wenn Sie Bohrmehl finden, müssen die befallenen Fichten eingeschlagen und (möglichst schnell) aus dem Wald gebracht werden.

Situation beim Kupferstecher

An einigen Fallenstandorten wurden mit deutlich mehr als 30.000 Kupferstechern hohe Fangzahlen festgestellt. Der räumliche Schwerpunkt ist das Tertiär.

Allerdings ist der Befall durch den Kupferstecher deutlich schwieriger feststellbar, da nur kleine Mengen Bohrmehl anfallen. Am liegenden Holz sind das feine Bohrmehl oder – im weiter fortgeschrittenen Stadium – das sternförmige Brutbild sichtbar. Am stehenden Baum ist eine rotbraune Verfärbung der Krone von oben nach unten charakteristisch, die allerdings erst Wochen oder Monate nach dem Befall auftritt, sodass meist schon umstehende Bäume befallen sind. Wie beim Buchdrucker müssen alle befallenen Hölzer zügig eingeschlagen und abtransportiert werden. Weil der Kupferstecher bereits Äste ab 2 cm Durchmesser zur Brutanlage nutzt, sollten Sie auch Gipfel, Äste und Resthölzer aus dem Wald verbringen oder hacken.

Weitere Infos bieten das Borkenkäferinfoportal sowie das LWF-Faltblatt zu Fichtenborkenkäfern.

Quelle: LWF