Forstpolitik Naturschutz, Landschaftspflege

Bayern erschwert das Mountainbikefahren im Wald

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Mountainbike-Fahrer stoßen bei der Ausübung ihres Hobbys nicht immer auf Verständnis. Besonders, wenn sie querfeldein durch den Wald fahren oder sogar illegale Trails anlegen. Auf engen Wegen fühlen sich besonders Wanderer oft gestört. Die Konflikte haben im Zuge der Corona-Pandemie sogar noch zugenommen, weil sich mehr Menschen im Wald erholen wollten. Dabei ist das Fahrradfahren auf „geeigneten Wegen“ durch das im Naturschutzgesetz verankerte freie Betretungsrecht eigentlich abgedeckt.

Mit einer neuen Verwaltungsvorschrift hat das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz diesen Begriff nun näher definiert – und das Fahrradfahren im Wald deutlich eingeschränkt.

Was sind geeignete Wege?

Der Verwaltungsvorschrift zufolge ist ein Weg nur dann geeignet, wenn eine sichere Nutzung ohne Gefährdung oder unzumutbare Behinderung von Fußgängern möglich ist. „Ein starker Erholungsverkehr kann daher aus Gründen der Sicherheit den Weg für Reiter oder Fahrradfahrer ungeeignet machen.

Dies gilt gerade auch für Wege, die ein gefahrloses Überholen auch bei angepasster Fahrweise nicht zulassen (etwa aufgrund ihrer Steigung, Beschaffenheit oder Wegebreite), wie zum Beispiel steile oder unübersichtliche Pfade, auf denen der Fahrradfahrer nicht sicher bremsen kann oder bei denen Absturzgefahr besteht.“ Dies sei insbesondere bei Singletrails der Fall, wenn einer der Wegenutzer den Weg im Begegnungsfall verlassen muss. „Insbesondere im alpinen Bereich werden deshalb besonders strenge Maßstäbe an die Geeignetheit von Wegen mit starker Steigung oder geringer Breite zu stellen sein.“

Auch Wege, die durch Querfeldeinfahren entstanden sind oder Holzrückegassen sind in aller Regel nicht geeignet für das Befahren mit Fahrzeugen ohne Motorkraft. Zu ihnen zählen auch Pedelecs.

Ordungswidrigkeit

Der Verstoß gegen diese Regelungen ist eine Ordnungswidrigkeit. Neben Geldbußen kann sogar das Mountainbike eingezogen werden. Die Verwaltungsvorschrift „Vollzug des Bayerischen Naturschutzgesetzes; Teil 6 „Erholung in der freien Natur“ kann hier herunter geladen werden.

Zum Vergleich

In Österreich ist das Mountainbike nur auf gekennzeichneten Wegen erlaubt. In Baden-Württemberg gilt für Wege eine Mindestbreite von 2 m.

Auch interessant: Unsere Kollegen von jagderleben.de haben sich mit einem Mountainbiker über die neuen Regeln in Bayern unterhalten.

Red.