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Im Mai war in Bayern ein verstärktes Auftreten von Borkenkäfern an Fichten zu beobachten.

Bayern: Die Borkenkäfersituation im Mai 2020

Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) wollen in Zukunft transparent und zeitnah über die aktuelle Borkenkäfersituation im Staatswald berichten. Zu diesem Zweck liefern die BaySF ab jetzt immer zum Anfang eines Monats einen Bericht über die aktuellen Borkenkäferzahlen. Wie hat sich die Lage im Mai 2020 entwickelt?

Gegenwärtig herrscht wie auch schon in den Jahren 2018 und 2019 eine angespannte Waldschutzsituation im Staatswald. Beispielsweise ist ein verstärktes Auftreten von Borkenkäfern an Fichten zu beobachten. Dies hat vor allem mit der lang anhaltenden Trockenheit der letzten beiden Jahre und den Folgen des Klimawandels zu tun, die wir alle spüren können.

Mai 2020 – aktuelle Borkenkäfersituation und Zahlen

Die aktuellen Zahlen bewegen sich momentan auf niedrigerem Niveau als im letzten Jahr, sind im Vergleich zum Fünf-Jahresdurchschnitt (jeweils die Werte aus dem Mai) aber deutlich erhöht:

  • Gebuchte Käferholzmenge Mai 2020: 79.000 Fm
  • Gebuchte Käferholzmenge Mai 2019: 89.000 Fm
  • Gebuchte Durchschnitts-Käferholzmenge Mai der letzten fünf Jahre: 67.000 Fm

Einordnung der Zahlen

Bei der Schwärmaktivität ist der Borkenkäfer in diesem Jahr etwa ein bis zwei Wochen früher dran als im letzten Jahr; die Intensität war allerdings in vielen Bereichen nicht so ausgeprägt. Ursachen dafür sind die zuerst doch hohen Temperaturen und die Trockenheit des Frühjahrs, die das Ausschwärmen der Borkenkäfer begünstigt haben. Stärkere Niederschläge im Mai sowie niedrigere Temperaturen im abgelaufenen „Wonnemonat“ haben bis jetzt den Befall gesunder Bäume durch den Borkenkäfer gebremst.

Hintergrund/Wissenswertes

Auch wenn die Werte etwas niedriger als die Zahlen des letzten Jahres sind, suchen die Mitarbeitenden der BaySF stetig nach neuen Käferholzbäumen, die sie bei Befall markieren und schnellstmöglich aus dem Wald transportieren. Digitales Arbeiten erhöht dabei die Effizienz und Geschwindigkeit der Käferholzaufarbeitung, z. B. mit einer eigenen Borkenkäfer-App. Unterstützt werden die Beschäftigten auch von zahlreichen Helfern – unter ihnen auch Forststudierende –, die extra für die Borkenkäfersuche eingestellt worden sind. Gleichzeitig werden unter Hochdruck die noch liegenden Sturmholzschäden des Februarorkans „Sabine“ beseitigt, damit der Borkenkäfer sich nicht in diesen Stämmen vermehren und von dort ausfliegen kann.

Den BaySF ist es in den Jahren 2018 und 2019 mit einem personellen und finanziellen Kraftakt gelungen, eine Massenvermehrung des Borkenkäfers im Staatswald zu verhindern. Mit dem enormen Aufwand von jährlich mehr als 200.000 Suchstunden in über 1.000 Suchbezirken und über 10 Mio. € jährlicher Kosten für die Borkenkäfersuche sind die Mitarbeitenden der Staatsforsten dem Käfer zu Leibe gerückt.

Quelle: BaySF/Red.

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