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Buchdrucker: Bereiche mit mehrfachen wöchentlichen Fangzahlen über 3000 Käfer sind rot markiert. LWF

Bayern: Borkenkäfer in Lauerstellung

Die bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) resümiert in ihrer aktuellen Ausgabe des „Blickpunkt Waldschutz“ über das Borkenkäferjahr 2013 und gibt eine erste Prognose für die kommende Käfersaison.Die Fangzahlen haben nach den sinkenden Werten der beiden vorangegangenen Jahre wieder zugenommen.Trotz des nasskalten Frühjahrs mit den bekannten Hochwasserereignissen noch im Juni waren die Sommermonate Juli und August nach den Jahren 2003 und 1983 die trockensten im Laufe der letzten 30 Jahre. Dadurch konnten sich doch in weiten Teilen des Landes zwei Generationen fertig entwickeln, die allerdings dann nicht mehr ausgeflogen sind, sondern als Käfer unter der Rinde überwintern. Ein deutliches Indiz dafür sind die häufigen Meldungen über das Abfallen der Rinde bei noch grüner Krone.Im Frühjahr ist demnach mit einem mehr oder weniger gleichzeitigen Ausflug von Jung und Altkäfern zur Brutanlage zu rechnen. Bei passender Witterung ist daher ein erhöhter Stehendbefall v.a. in der Umgebung von unaufgearbeiteten Käfernestern zu erwarten.HandlungsempfehlungenWichtig für die Ausgangssituation 2014 ist die rechtzeitige und konsequente Aufarbeitung der im Sommer befallenen liegenden und stehenden Fichten. Bis März sollten alle Käfernester aus 2013 gesucht, dokumentiert und aufgearbeitet werden. Die Stehendbefallskontrolle ist v.a. auf Randbereiche bekannter Käfernester, Einzel- und Nesterwürfe der Sommergewitter zu konzentrieren. Die Befallssuche sollte hier auf mindestens eine Baumlänge in die Bestandestiefe ausgedehnt werden. Die Dokumentation von Befallsherden in der Karte erleichtert das spätere Auffinden zum Einschlag und der weiteren Kontrollen erheblich. Gerade im Februar werden nach Winterfrösten häufig bei gefrorenem Boden und warmer Witterung Kronenverfärbungen und Nadelabfall sichtbar. Hierbei handelt es sich v.a. um Fichten aus dem späteren Sommerbefall. Die befallenen Fichten sollten sofort aufgearbeitet werden, um ein Abfallen der Rinde möglichst zu verhindern. Der Käfer entzieht sich sonst der Aufarbeitung, indem er sich in den Boden zurückzieht.Einfluss der WitterungStarker Frost gefährdet nur frühe Entwicklungsstadien (Eier und Larven) der Borkenkäfer. Die Imagines fallen lediglich in eine Kältestarre. In den feucht-warmen Wintermonaten Dezember und Januar stieg die Mortalität der ausgewachsenen Käfer durch Verpilzung. Das hat jedoch geringen Einfluss auf die Population. Die LWF rechnet nur mit einer Reduktion um 10-15%.

LWF/H. Höllerl
Buchdrucker: Bereiche mit mehrfachen wöchentlichen Fangzahlen über 3000 Käfer sind rot markiert. LWF Kupferstecher: Bereiche mit mehrfachen wöchentlichen Fangzahlen >30 000. Grafik: LWF

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